Archiv für die Kategorie ‘News’
Im neuen Gewand
Montag, 06. September 2010
Die Messe “Estethica”, seit neun Jahren der Schauplatz für “Ethical Fashion” in Großbritannien, gibt es immer noch. Waren es in der ersten Saison magere dreizehn Designer, sind es mittlerweile 37 Labels, die dort zu sehen sind. Fünfzehn davon sind Neulinge wie die Recycling-Taschen-Hersteller “Lost Property of London”. Zu sehen sind aber auch “From Somewhere” oder “Flux” (17. bis 22. September in London).
Drei Tage später, am 25. September, beginnt in Paris die “Ethical Fashion Show”, die inzwischen von der Messe Frankfurt getragen wird. Präsentiert werden “Veja”, “Article 23″ oder “Ethos”. Ob die Verwandlung zu sehen ist, wird exklusiv Bernd Hausmann (Glore) berichten, der als Gastblogger engagiert ist.
Ich bin Dienstag und Mittwoch in Berlin, um im Haus der Kulturen die 14 preisgekrönten Initiativen des zweijährigen Programms “Über Lebenskunst” kennen zu lernen - ich hoffe auf eine Menge skurriler Typen!
Finale grande
Freitag, 03. September 2010
Drei Nachwuchstalente aus Berlin haben es ins Finale des “Humanity”-Awards von Hess Natur geschafft. Nominiert wurden Julia Knüpfer, Absolventin der ESMOD Berlin und Gründerin des Öko-Modelabels ICA Watermelon, Anja Umann, Absolventin der AMD München und Mitbegründerin des veganen Modelabels Umasan Healthstyle und Janosch Mallwitz, Absolvent der UdK Berlin im Bereich Modedesign. 40 Designer hatten sich mit Zeichnungen beworben.
Die fertigen Kollektionen werden im Rahmen der Berliner Modewoche im Januar 2011 gezeigt und der Gewinner erst dann gekürt. Sehen wir mal, was dann auf dem “Green Carpet” gezeigt wird. Umann gab bereits zu Protokoll, sie folge nicht kurzlebigen Trends, sondern mache “durchdachte Mode”. Genau diesen Konflikt gilt es für die drei Designer zu meistern. Einerseits Kreativität beweisen und dem Bedürfnis nach Veränderungen Rechnung tragen, andererseits auf allzuviel Chichi verzichten, damit die Kleidung langlebig und damit wahrlich ökologisch ist. Wegwerfmode ökologisch zu erzeugen ist eigentlich ein Paradox. (more…)
Dafür-Demokratie
Dienstag, 31. August 2010
Was soll das im Spiegel dieser Woche? Bürger, die sich engagieren wie in Stuttgart gegen ein sauteures Projekt, sind keine notorischen Querulanten und per se gegen “Modernisierung”. Wer etwa gegen Atomkraftwerke ist, ist es vor allem, weil er FÜR regenerative Energien ist. Wer GEGEN konventionelle Mode ist, ist FÜR die ökologische und ethische Kleider-Alternative. Leute, die gegen etwas sind, sind auch immer für etwas. Diese Kehrseite des Protestes hat der SPIEGEL komplett unterschlagen.
Ich habe vollstes Verständnis für die Stuttgarter und alle, die sich sichtbar, spürbar und originell engagieren. Wenn Bürger sich nicht ernstgenommen fühlen, dann suchen sie sich ein Ventil - das sollten Politiker endlich begreifen. Solche Aufstände kommen nicht aus dem Nichts - die Stimmung dafür muss schon da sein. Ich kann nur jeden ermutigen, es auszuprobieren - und Rezensentin Anne Henneken von Utopia sieht das auch so.
Schal rettet mir den Hals
Donnerstag, 26. August 2010Habe ich schon ein Loblied auf Accessoires gesungen? Nicht, weil sie jedes noch so simple Kleidungsstück aufpeppen, sondern weil sie im Notfall jeden knallroten Tomatenfleck überdecken? Der blaue Schal von Akela Stoklas hat mir jüngst in Berlin erspart, bei einem wichtigen Redaktionstermin mit Spaghetti-Sauce bekleckert zu erscheinen. Schal drapieren - und schon war das Mittagessen nicht mehr zu sehen.
Wahrscheinlich sollte man vor wichtigen Terminen überhaupt nicht Mittagessen oder einfach immer Schwarz tragen, aber ansonsten werde ich jetzt immer einen Schal dabei haben. Nachmittags habe ich übrigens noch einen wunderbaren Schokoladenfleck auf mein Shirt gemacht. Bislang glaubte ich ja, ich käme mit sechs Kleidungsstücken einen kompletten Monat aus. Gestern hätte ich sechs Kleidungsstücken an EINEM Tag gebraucht, soviel wie ich gegessen und gekleckert habe. Ich werde nie ein perfekter Kleiderständer, soviel ist sicher. Und ich brauche mehr Schals.
Jetzt mal fair
Dienstag, 24. August 2010![]()
Wie sieht die Zukunft des fairen Handels aus? Drei Tage Diskussion mit Experten und Expertinnen aus aller Welt. Natürlich geht es auch um Fairtrade- und Biobaumwolle, wird zwar beides meist in einem Atemzug genannt, aber ein Automatismus, dass eines auch das andere ist, gibt es noch nicht. Aber vielleicht ist die FairWirrung ja irgendwann vorbei. Ich moderiere das Panel zur Mode… am Donnerstag, den 23. September von 15 Uhr bis 16.30 Uhr.
P.S.: Dienstagtipp: Ein Jahr dasselbe Kleid - der Selbstversuch von Meike Winnemuth. Mir gefällt das, obwohl es ein bisschen so aussieht, als ob man in einen Accessoire-Taumel gerät und doch nicht so richtig seinen persönlichen Genug-Schalter findet. Brauche ich da nicht noch mehr Zeit jeden Morgen vor dem Schrank?
Lesen!
Donnerstag, 19. August 2010
Heute nur kurz: American Apparel geht das Geld aus und Vorstandschef Dov Charney zweifelt in der FAZ am Fortbestand der Kette mit weltweit 279 Filialen, darunter 15 in Deutschland. Derzeitige Schulden: 120 Millionen Dollar. Dagegen lobt das Goethe-Institut mit einem Artikel die grüne Szene und lässt liebevoll viele Labels und Macher zu Wort kommen. Gelungen!
Und der Hammer des Tages kommt von Sabine aus Köln: DAS Stellenangebot, für alle, die sich ganz weit in die Hölle der gesellschaftlichen Ächtung vorwagen wollen und bei KIK in der Unternehmensverantwortung arbeiten….
In eigener Sache: Mein Hamburger Kollege Fred Grimm hat mein neues Buch in der aktuellen Ausgabe von Schrot&Korn besprochen und er war gar nicht in Robespierre-Stimmung und hat mir den Kopf abgehackt, obwohl er vorher schon über die “Guillotine” spricht. Sehr gefreut habe ich mich über die Fragen des Online-Portals “Modeaffaire”. Gute Gelegenheit, um meinen Kleiderschrank kritisch zu beäugen.
Abgespeist
Dienstag, 17. August 2010
Ich hatte ja das Vergnügen, bei der Jubeldemo der Kampagne für Saubere Kleidung in Berlin dabei zu sein. Solche Aktionen entstehen nicht aus einer Laune heraus, sondern werden geplant und brauchen Übung. Und nicht jeder Aktivist von morgen scharrt schon mit den Füßen, sondern braucht Einstimmung. Zu diesem Zweck bietet die Kampagne für Saubere Kleidung vom 17. - 19. September einen Aktionsworkshop zu Thema Outdoor-Hersteller an. Geplant werden Aktionen für den Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober.
Die Outdoor-Branche steht für Naturverbundenheit und lässt sich ihre funktionale Mode teuer bezahlen - nur die Arbeiter in den Produktionsländern werden abgespeist. Die Kampagne für Saubere Kleidung mühte sich erfolgreich, dass sich Mammut oder Jack Wolfskin von der Fair Wear Foundation (FWF) überwachen lassen, andere wie North Face oder Tatonka sind noch nicht soweit. Die Hürden sind niedriger als bei Schnelldrehern wie H&M oder Zara, denn die Hersteller von Trekkingschuhen oder Daunenjacken haben meist nur eine überschaubare Zahl von Lieferanten. (more…)
Klassiker
Mittwoch, 11. August 2010
Die Innatex ist der Klassiker unter den Ökomode-Messen und hat Bestand - und das trotz eines jenseits der Modemetropolen gelegenen Standortes wie Wallau bei Frankfurt. Dafür gibt es ja jetzt immer eine gut besuchte Lounge der Innatex-Macher während der Modewoche in Berlin, einen Brückenkopf sozusagen. (more…)
Zurück zu den Wurzeln
Montag, 09. August 2010Rharbarber kennen die meisten als Kompott oder auf dem Kuchen. Das rasant schießende Gemüse taugt aber auch zum pflanzlichen Gerben von Leder. Die Gerbstoffe werden aus der Wurzel der Rhabarberpflanze gewonnen. Die Firma Rooters aus Bernburg in Sachsen-Anhalt hat die umweltfreundliche Alternative entwickelt und mit dem Designerduo Anne Gorke und Antje Wolter (Vilde Svaner) in eine modische Form übersetzt. Die Neuinterpretation des alten Jute-Beutels aus feinstem Nappaleder gegerbt mit Rhabarber seht ihr oben. (more…)




