Archiv für die Kategorie ‘Label’

Aufbruch

Mittwoch, 18. August 2010

“Grüne Erde” aus Österreich (”Natürlich wohnen…”), von denen ich bislang vermutet hätte, sie verkauften mir lieber einen puristischen Kleiderschrank als Kleidung, steigt ja bekanntlich im großen Stil in die grüne Mode ein. Inzwischen sind alle 13 Läden in Deutschland und Österreich mit der Kollektion, Spiegeln und Umkleidekabinen ausgerüstet. In Hamburg habe ich mir den Laden nahe des pompösen Jungfernstieges kürzlich angesehen. Natürlich ist es innen nicht galaesk eingerichtet und verzichtet auf viel Bling-Bling, es wirkt eher vernünftig - so wie ich es mag.

So sind auch die Verkäuferinnen. Nicht der Typ, der einem etwas aufschwatzt, sondern jemand, der eine praktische Lösung parat hat. Manch einem mag die Kollektion zu sehr an “Simple Chic” erinnern und zu harmlos sein, aber sie passt zu einem unprätentiösen Alltag. Ins Design-Museum schaffen es die Basics von Grüne Erde sicher nicht. Womöglich aber in ein paar Kleiderschränke - gerade der Strick. Statt wie August fühlt es sich ja draußen wie März an, da lohnt ein Blick auf die wärmeren Sachen durchaus. Einen Strickmantel mit Kapuze in Blau und Grau habe ich schon - zeige ich demnächst.

Bittersüß

Montag, 16. August 2010

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Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Ort für Lesungen - und traf im Lokal in Hamburg Anna Liedtke alias Lena Schokolade. Der Kontrast könnte nicht größer sein. Annas T-Shirts und Kleider haben gefällige Farben und Schnitte, die süß wie Schokolade sind. Die Texte, die darauf gedruckt sind, thematisieren in schonungsloser Offenheit Kinderarbeit, Hunger oder Völkermord. Sie sind nüchtern, aber dennoch eine bittere Lektüre. (more…)

Tiefer sehen

Donnerstag, 12. August 2010

George Frazier soll gesagt haben: “Du willst wissen, ob ein Mann gut angezogen ist?  Sieh´auf seine Schuhe.” Das stammt aus meiner aktuellen Mode-Bibel “Chic Simple” von 1993 und ist auch 17 Jahre später noch richtig. Diese Männer-Schuhe von Snipe (Modell Paterna) im aktuellen Bergsteiger-Look mit Wolle, Filz und chromfrei gegerbt (mit dem Mineralsalz Titan) lösen in mir zärtliche Gefühle für Gipfelstürmer aus - jedenfalls ist das meine Assoziation.

Achtung: Ich erweitere immer noch die Liste für grüne Kindermode und ermutige alle Anbieter, sich dort zu präsentieren. Wie heute gerade wieder passiert.

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Zurück zu den Wurzeln

Montag, 09. August 2010

Rharbarber kennen die meisten als Kompott oder auf dem Kuchen. Das rasant schießende Gemüse taugt aber auch zum pflanzlichen Gerben von Leder. Die Gerbstoffe werden aus der Wurzel der Rhabarberpflanze gewonnen. Die Firma Rooters aus Bernburg in Sachsen-Anhalt hat die umweltfreundliche Alternative entwickelt und mit dem Designerduo Anne Gorke und Antje Wolter (Vilde Svaner) in eine modische Form übersetzt. Die Neuinterpretation des alten Jute-Beutels aus feinstem Nappaleder gegerbt mit Rhabarber seht ihr oben. (more…)

Thomas D. designt für PYUA

Donnerstag, 17. Juni 2010

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Das ist ja mal ein Scoop für ein kleines, grünes Modelabel. Thomas D., Frontmann der Fantastischen Vier und seit langem aktiver Umweltschützer, hat für die Eco-Sportswear-Marke Pyua seine erste eigene Kollektion entworfen. Zwar trug er zu seinen Nike-Turnschuhen schon gelegentlich grüne Mode, etwa von den Armedangels, aber jetzt ist er selber kreativ geworden.

Das Ergebnis dieser Partnerschaft kommt im Herbst in die Läden. Für Thomas D. ist entscheidend, dass “Umweltschutz im täglichen Leben Normalität werden muss”. Und Mode gehört zum Alltag dazu. Die Entwicklung von Textilien ist für den kreativen Musiker Neuland, aber er macht das sicher mit so traumwandlerischem Gespür, wie er auch textet. (more…)

Die Verstrickung der Welt

Montag, 07. Juni 2010

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Ein eleganter Beitrag zum German Film Fashion Award kommt von der Berliner Queen des Handgestrickten Carolin Graening (Caro E.) Wer beim Herunterladen ein wenig Geduld mitbringt, kommt in den Genuss eines Spots, der wunderschön die Idee des Verstricktseins weiterspinnt. In einer Welt, wo wir alle an Netzwerken stricken, finde ich den Film sehr schön doppelbödig, weil er eine universelle Botschaft über das Produkt hinaus hat. Bin gespannt, was bei euch an Kopfkino abläuft, wenn ihr den Dreiminüter “Under the surface” anschaut.

Ich spinne auch gerne meine Fäden und denkt dran, wenn ihr euch gerade mal wieder allein in einen Kokon verpuppt, am Ende schlüpfen wir als Schmetterlinge.

Achtung Aktuell: Ganz ohne Dowload! Seit heute läuft der Film als Intro auf der Startseite von Caro.E.

Aufgehender Stern

Montag, 24. Mai 2010

Die aus Finnland stammende Designerin Minna Hepburn wird in Großbrittanien bereits als Nachwuchsstar gefeiert. Im August 2008 wurde ihre mädchenhafte Kollektion erstmals auf der Londoner Modewoche vorgestellt, inzwischen verkauft sie bereits im Kaufhaus Harrods. Ihr Antik-Look gefällt den Modekritikern, dazu passt die Geschichte, dass Minna auf Flohmärkten Knöpfe, Broschen und Spitze sammelt, um ihre Kleider mit verspielten Details besonders zu machen.

Im Sommer setzt sie unter anderem auf Bio-Seide, im Winter auf Bio-Wolle plus Recycling-Materialien. Das Gros ist obendrein aus fairem Handel. Mir sieht es ein Hauch zuviel nach Sonntagsstaat aus, zumindest das, was die Designerin oben im Bild höchstpersönlich trägt. Und die Gartenparties für die weiße Spitze unten sind gerade rar hierzulande. Vielleicht ist das Mode für zarter besaitete Zeitgenossen als mich. Minna macht auch Kindersachen im gleichen Stil.

“Wir wollen nicht so schnell wachsen”, sagte sie jüngst, als sie nach ihren Zielen gefragt wurde. Klein denken und in überschaubaren Dimensionen bleiben - das höre ich jetzt sympathisch oft. Die Kollektionen werden in England handgefertigt.

Be Rotkäppchen

Freitag, 14. Mai 2010

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Nach den Wilden Schwänen aus Weimar, hat nun auch die Hamburger Ökomode-Designerin Julia Starp ihren Wettbewerbsbeitrag für den German Fashion Film Award fertig. Meiner Feiertagsfaulheit ist es geschuldet, dass ich die technischen Hürden gescheut und den Film nicht als Video eingebunden habe. Bitte klickt auf den Link “Wettbewerbsbeitrag”. Auch dieser Clip spielt zu Teilen im Wald, so dass ich mir wie Rotkäppchen vorkam.

Anders als bei den Schwänen ist aber die Musik nicht so leichtfüßig, so dass das Ganze einen ganz anderen Touch kommt. Aber seht selbst! Wer die Kleidung auf dem Laufsteg sehen möchte, kann das Anfang Juli auf der Berliner Modewoche, wo Julias Haute Couture bei den Green Avantgarde Modenschauen zu sehen sein wird.

Rasselbande

Donnerstag, 13. Mai 2010

Knapp drei Milliarden Euro haben die Deutschen 2008 in Baby- und Kinderkleidung investiert, etliche Stardesigner wie Marc Jacobs&Co. haben eigene Kinderkollektionen. Und dann gibt es noch Suri, die Tochter von Katie Holmes oder Lourdes, die Tochter von Madonna, die schon Mode-Klone ihrer Mums sind. Mir geht jede Häme ab. Denn bei mir zuhause ist das genau so. Ich erinnere mich, dass ich auf Ökomodemesse TheKey.to in Berlin noch händeringend nach einem Mitbringsel für meine 14-Jährige gesucht habe. Deshalb hört ihr hier kein schlechtes Wort über Madonna! Ich bin wie sie. (more…)

Jeans mal anders

Donnerstag, 06. Mai 2010

Denim-Couture ist ultraschwer aufzutreiben. Weil ich aber gerade mit Jeans flirte, stelle ich heute mal Sarah, Rachel und Lotte vor - so heißen die drei Modelle aus zertifiziertem Organic Denim des Münchner Labels “room to roam”. Designerin Akela Stoklas hat ein Händchen dafür, Kleidung mit einer trickreichen Drapierung zu etwas Besonderem zu machen.

Mit Hilfe der Tunnelzüge lässt sich bei Kleid Sarah (1) der Look vielseitig verändern, beim helleren Kleid Lotte (3, erst ab August im Handel) kann ich mit dem Bändchen spielen. Der Wickelrock (2) ist aus mit Bienenwachs beschichtetem Denim - diese ökologische Beschichtung habe ich bereits auf vielen Modellen für Herbst gesehen. Anfangs vielleicht etwas steif - sorgt aber in jedem Fall für Haltung.

Kleid Sarah, was im Münchner Laden von Akela Stoklas hängt, kostet 198 Euro - hat aber Zehn-Jahres-Garantie und ist nicht nächste Saison gleich wieder out.