Archiv für Juni 2009

Märchenstunde

Samstag, 27. Juni 2009

Zu Namen von Modelabels ist viel zu sagen, sie müssen sich sprechen lassen und auch etwas über die Philosophie der Macher erzählen. Den “Wilden Schwänen” ist das gelungen und das auf Dänisch. “VildeSvaner” heißen sie und intonieren im Namen das Märchen von Hans Christian Andersen. Es erzählt von der Königstochter Elisa, die ihre Brüder durch das Überwerfen von Nesselhemden rettet. Jetzt ratet, woraus Anne und Antje Kleidsames machen?

Richtig. Aus Brennnesseln. “Wie Seide ist der Stoff, obendrein glänzt er”, schwärmt Anne. Im Märchen heißt es, dass die Nesseln die Hände der Königstochter “voll Blasen brennen” werden und daraus Panzerhemden werden. Das war einmal. Anne und Antje nähen aus dem Stoff urban anmutende Kleider und Hemden. Sieht nach Metropole aus, stammt aber aus Weimar. (more…)

Schuften für Freizeitfreaks

Donnerstag, 25. Juni 2009

http://www.beobachter.ch/typo3temp/pics/Outdoor_511e55dae1.jpg

Outdoorkleidung steht für sanften Umgang mit der Natur. Weniger sanft springen die Firmen mit ihren Arbeiterinnen um - sagt eine aktuelle Studie. Gut abgeschnitten haben Mammut, Patagonia und Odlo. Andere Firmen, die zwar in Sachen Ökologie fortschrittlich sind wie die Schweizer Marke Zimtstern haben in Sachen Ethik noch Nachholbedarf. Die gute Nachricht ist: Das sehen die Firmen auch so. Fairness wird wichtiger.

Die Zukunft der Etiketten

Montag, 22. Juni 2009

Dieses ehrliche Etikett habe ich just aus meinem neuen weißen Langarm-Shirt geschnitten. Zugegeben, ich hatte Lust auf Beute, als ich in der Schweiz war.

Gut ist: Die Schweizer Firma Switcher ermöglicht mir via Code nachzuverfolgen, wo mein Shirt gemacht wurde. So landete ich in Portugal. Aber es gibt nicht nur eine Landkarte, sondern auch reale Adressen von Produktionsstätten, wo fair produziert wird mit viel Respekt den Menschen gegenüber, die dort arbeiten. Respect Inside nennt Switcher das Programm, mit dem ich mich auf Spurensuche begeben kann. Ich nenne das ein gläsernes Produkt. Auch wenn ich nicht erfahre, woher die Baumwolle stammt….

P.S. Transparenz auch beim Preis: Ich zahlte 49 Franken, das sind 32 Euro. Ist robust, kein dünnes Fähnchen. Und kein Samaritertum. Es sitzt perfekt.

Flyway

Montag, 22. Juni 2009

Nein, ich bin kein Fashion Victim, aber diese trendige Modemesse hat Sinn für Firlefanz. Respekt. Die Bread&Butter findet in den Hangars des ausgedienten Flughafen Tempelhofs statt und was gibt es als Eintrittskarte? Eine Bordkarte. Fliege ich drauf. Natürlich habe ich meine Sauerstoffmaske dabei wegen dem ganzen Gift in den Klamotten. Nein, ich freue mich auf die erste Klasse der Mode, die grünen Labels wie Komodo, Kuyichi, Knowledge Cotton Apparel, die dort sein werden. Für mich ist die Bread&Butter nur eine Zwischenlandung - gibt eine Menge zu sehen. Was ich anziehe? Das neue weiße Langarm-Shirt von Switcher aus der Schweiz. Fair produziert und respect inside. Ist vielleicht ein wenig blässlich, aber praktisch und vernünftig. Flugkleidung halt.

Updates

Montag, 22. Juni 2009

Was alles so ankam, während ich meiner Sehnsucht nach der Welt nachgab.

Zum Hören: Am Mittwoch wird  auf Bayern 2 ein Feature zu Ökosiegeln gesendet, für das ich ein Interview gegeben habe. Live im Internet hier auf Bayern 2 oder später als Podcast zu hören.

Zum Sehen: Die Kampagne für Saubere Kleidung stand in Hannover bei Lidl vor der Tür. Motto: Lidl lohnt sich - nicht für die Arbeiterinnen. Youtube als Anregung für euren Protest.

Zum Hingehen: Der Glore-Pop-up-Shop eröffnet in Berlin und feiert am 2. Juli eine Party. Aber auch in Ludwigsburg gibt es mit Tribut in der Aspergerstraße einen Ecofashion-Store, der sich zu besuchen lohnt.

Luftige Höhen

Dienstag, 16. Juni 2009

Ich gönne mir eine kurze Auszeit und klettere und schwimme fünf Tage in der Schweiz. Badeanzug statt Regenschirm. Häufiger als nach Businesskleidung werde ich derzeit nach Sportkleidung gefragt. Ein Tipp für diejenigen, die hoch hinaus wollen: Der Schweizer Sportartikelhersteller Mammut hat mit der Remei AG, einem Schweizer Hersteller für Bio-Garne und Bio-Mode eine Kletterkollektion aus 100 Prozent Biobaumwolle entwickelt. Sie besteht aus elf Damen- und Herrenteilen. Jacken kosten zwischen 80 und 89 Euro, Shirts zwischen 30 und 40 Euro. Die Biobaumwolle kommt aus Indien und Afrika, und zwar aus eigenen Anbauprojekten der Remei AG. Auf der Mammut-Webseite gibt einen Shopfinder!

Bleibt anständig angezogen!

Grün, grün, grün

Samstag, 13. Juni 2009

http://sebastianbackhaus.files.wordpress.com/2009/06/fashion-reloaded.jpg?w=480&h=679

Berlin nimmt grüne Konturen an. TheKey - die grüne Modemesse ist voll bis oben hin mit Ausstellern, das Begleitprogramm ist eine Wucht (siehe oben), die Salonshow im GREENshowroom im Adlon zeigt sich glamourös und selbst die Premium hat sich zu einem grünen Seminar auf der Messe durchgerungen - zusammen mit Made-by, die angetreten sind, Textilfirmen bei den ersten Schritten ins Öko-Business zu verhelfen. Ich denke, all diese Vorbilder werden dazu führen, dass immer mehr Textilfirmen Ehrgeiz entwickeln und immer mehr Kunden auf grünen Kurs einschwenken - trotz Krise.

Momentan kann ich erkennen, dass auch die Politik ihr Desinteresse aufgibt und sich darüber Gedanken macht, wie die Zukunft der Textilkennzeichnung aussehen soll. (more…)

Metro zieht Aufträge zurück

Donnerstag, 11. Juni 2009

http://www.saubere-kleidung.de/images/2009-05-22_Fatema_120px.jpgSie hat gearbeitet, bis sie nicht mehr konnte: In einer Fabrik in Bangladesch, die vor allem für Metro produziert, ist eine 18-jährige Näherin aus Erschöpfung tot zusammengebrochen. Sie hatte an sieben Tagen in der Woche 13 bis 15 Stunden in der Textilfabrik in Chittagong gearbeitet und Jeanshosen gereinigt. Der deutsche Handelsriese bedauert den Fall - und hat die Zusammenarbeit eingestellt. Nun sitzen Hunderte Arbeiterinnen auf der Straße, denn die Fabrik musste schließen, weil 80 Prozent der Aufträge von Metro kamen. “Cut & Run” nennt die Kampagne für Saubere Kleidung dieses Verhalten. Statt sich um die Einhaltung von Sozialstandards zu kümmern, stiehlt sich Metro davon. Ihr könnt euren Protest bei einer Eilaktion der Kampagne für Saubere Kleidung bekunden - mit einem Klick. Fahrt also zweigleisig - kauft anders ein und engagiert euch politisch.

Offene Läden

Mittwoch, 10. Juni 2009

Meine Freundin Alexandra, die Garten-Bloggerin, besucht “offene Gärten”, wo Privatleute ihre grünen Oasen vorstellen.

Da es das Modependant  “offene Kleiderschränke” - Privatpersonen enthüllen ihre Wäschekammern - noch nicht gibt, begnüge ich mich mit Ladenbesuchen.

Am Montag war ich in München bei Iki M., einem Laden in München nahe des Marienplatzes, der sich auf grüne Mode spezialisiert hat.

Was ich gelernt habe? Dass es immer noch Labels gibt, die mir entgangen sind und das einige ordentlich ausbauen. (more…)

Hinter die Kulissen gucken

Freitag, 05. Juni 2009

http://www.betterandgreen.de/blog/wp-content/uploads/2009/04/home-movie.jpg

Von ganz weit entfernt, sieht nicht nur die Erde schön aus, sondern auch das Sponsoring des Luxusgüterkonzerns PPR für den heute startenden Öko-Streifen “Home” von Yann Arthus-Bertrand. Aus der Nähe betrachtet, hinterlässt das finanzielle Engagement zumindest einen schalen Nachgeschmack und grenzt an Greenwashing. Mein persönlicher Lügendetektor schlägt jedenfalls aus…. (more…)