Archiv für März 2010

Besseres Design

Mittwoch, 31. März 2010

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Ein illustres Programm hat die Kunsthochschule Berlin Weißensee zusammengestellt. Das Labor für Nachhaltige Design Strategien lädt nach Ostern am 7. und 8. April nach Berlin ein, um grünes Design zu zeigen und zu bereden - was erstaunlich weit im Mainstream angekommen ist, wie ich finde. Natürlich geht es auch um Mode-Design. Zum Beispiel sind gestandene Expertinnen wie Kate Fletcher aus London zu hören, deren Buch zu “Sustainable Fashion” mich sehr inspiriert hat. Alle Ergebnisse des Designprojekts werden am 9. Juli parallel zur Berliner Modewoche im Haus der Kulturen der Welt gezeigt - zum Beispiel die Recycling-Mode von Schmidt Takahashi, deren “Wiederbelebungsmaßnahmen von Altkleidern” ich leider im Frühjahr auf der Modewoche verpasst habe.

TV-Tipp: Am 7. April um 22.30 Uhr läuft im NDR-Fernsehen (NDR 3) ein Bericht über die Arbeitsbedingungen beim Textildiscounter KIK. Demnächst ist dann Lidl dran (SWR in der Reihe: Betrifft), genauer Sendetermin folgt.

Auf nach Peru

Montag, 29. März 2010

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Woher kommt die Wolle meines Alpaka-Pullovers? Kunden von Hess Natur können jetzt eine Reise nach Peru machen, um diese Spur zu verfolgen. Das hessische Unternehmen lädt zwei Personen ein, die Produktion eines solchen Pullovers vor Ort anzusehen und darüber täglich im Blog des Unternehmens zu berichten. Auf dem Programm stehen auch der Besuch einer Alpaka-Farm und traditioneller Handwerksstätten.  Interessenten können sich bis Mitte Juni per Text, Foto und Video bewerben. Die Hess-Community stimmt öffentlich darüber ab, wer mit darf. Auf Reise geht es im September 2010.

Wer sich bis jetzt für den Hess-Design-Award beworben hat, war leider noch nicht zu erfahren. Nachwuchs, bitte bewerbt euch.

Geständnisse

Freitag, 26. März 2010

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Gestern kam ich aus Heidelberg zurück und bin mit dem Rollkoffer vom Hamburger Hauptbahnhof direkt zur größten Filiale von H&M gelaufen, um mir die neue Garten-Kollektion live und in Farbe anzusehen. Ich traf auf Mädchen, die völlig verzweifelt nach der weißen Biobaumwoll-Tunika in XS oder dem blauen Tencel-Minirock suchten. “Ausverkauft”, sagten die Verkäuferinnen unisono. Online? “Schon seit Tagen weg”. Ehrlich gesagt war ich beeindruckt von der Welle, die H&M entfacht hat. Ganz ohne Star-Designer, nur mit dem Hinweis, dass diese komplette Kollektion aus umweltfreundlichen Materialien ist UND topmodisch. (more…)

Die Spur des T-Shirts

Montag, 22. März 2010

So macht T-Shirt-Spezialist Anvil sichtbar, wie ein Shirt gemacht wird. Nicht nur für Kinder, obwohl es ein bisschen nach “Sendung mit der Maus” aussieht. Ja, Anvil macht auch “organic”.

Gefällt mir

Montag, 22. März 2010

Olivier Zahm, Macher des Independent-Magazins Purple, über seinen Hang zu uniformer Kleidung und warum die US-Schauspielerin Lindsay Lohan einfach mal was waschen sollte, anstatt jeden Tag neue Klamotten zu kaufen. Zahms eigener Einheitslook besteht aus Jeans und Lederjacket - er sei damit gut wieder erkennbar, meint er.

“The same uniform every day is a good way to avoid extra expenses in this difficult time. I put Lindsay Lohan on the cover of Purple, but I disagree with her obsession of buying, buying, buying every day as much as possible clothes. I´m doing a fashion magazine and I know I´m recorded, but I would love all the people who love fashion to buy a minimum of fashion, just what they really like and wash carefully their clothes”.

Adieu, Tony!

Freitag, 12. März 2010

Bei Kuyichi gibt es einen Wechsel in der Geschäftsführung. Nach sieben Jahren verlässt Tony Tonnaer das niederländische Unternehmen. Es heißt, er suche nach neuen Herausforderungen. Wer es glaubt, wird selig. Kuyichi wird strammer aufs Geldverdienen getrimmt. Zuletzt hatte sich das Unternehmen sich von seinem langjährigen Großhändler getrennt. Fragt sich, wer künftig das Design macht?

Schön schlicht

Freitag, 12. März 2010

Klare Linie, zeitlos, fast schmucklos: So sieht die Bio-Basic-Kollektion des dänischen Labels Neutral aus Kopenhagen aus, deren Chef Lars ich auf der Biofach kennen gelernt habe. Hohn und Spott musste er ertragen, weil ich vorher niemals Kleidung in der Hand hatte, die sage und schreibe sechs verschiedene Siegel zum Beweis ihrer Güte trug. (more…)

Testen

Dienstag, 09. März 2010

Neu im Handel: Auf über 20 Seiten breitet der aktuelle Ökotest-Ratgeber Kosmetik&Wellness das Thema grüne Kleider aus und wie wir uns - natürlich - gut anziehen können. Nichts Spektakuläres, aber gut für Einsteiger.  Die Konkurrenz von Stiftung Warentest wird dieses Jahr noch einen T-Shirt-Test veröffentlichen, der auf den klassischen Warentest auch einen CSR-Test folgen lässt - beide Urteile wie immer getrennt.

Will meinen, es geht nicht nur darum, wie viele Wäsche die T-Shirts überstehen, sondern auch wie und wo sie gefertigt werden. Getestet werden laut Aussage von test-Redakteurin Nicole Merbach auch einige Bio-Anbieter. (more…)

Neu in der Umlaufbahn

Freitag, 05. März 2010

“Einiges ist noch auf See”, sagt Insa Riske. Die Mode von Misericordia oder die Schuhe von Terraplana, aber das meiste hing schon auf den Bügeln. Seidenkleider von Mandala, Pluderhosen mit Pailetten von BllackNoir, gestreifte Piratenhosen von room to roam, Schmetterlingskleider und Trenchcoats von Jungdesignerin und Lokalmatadorin Julia Starp. Insa hat Wort gehalten: Im neuen Hamburger Conceptstore “MayGreen” sieht es nach FASHION aus. Manches mutet zunächst halbseiden an, wie die Hosenanzüge von Filippa K., aber das schwedische Label ist Mitglied der strengen “Fair Wear Foundation” und schafft deshalb die Hürde. Insa setzt deutlich auf ein Publikum, was auf der Suche nach Organic Couture ein bisschen mehr Geld hinlegt. Hoffen wir also auf einen Sack voll Taler für Frau Riske und dass sie auf den grünen Zweig kommt.

Julia Starp dreht übrigens einen Clip für den GermanFashionFilmAward, den ich hier zeigen werde. Ende April soll es soweit sein.

Weekend-Blogwatch: Shopfair hat ein interessantes Interview mit Cathy Horyn, Modekritikerin der New York Times, gefunden. Offenbar kennt sie die Kehrseite von Fast Fashion ganz genau - in ihren Kritiken lese ich das sonst nie.

Die Tencel-Jägerin

Dienstag, 02. März 2010

Hat jemand mal ein Kleidungsstück aus Tencel in der Hand gehabt? Ein eigenartiges Gefühl. Es fühlt sich seidig weich an, fast ein wenig labberig, knistert und knittert aber nicht, wie ich es von Viskose (Kunstfaser) gewohnt bin.

Tencel, eine ökologisch optimierte Viskose, der eine große Zukunft vorhergesagt wird, wird gerade von H&M neu interpretiert und ist optisch eine lässige Alternative zu Jeans oder Jeanshemd aus konventioneller Baumwolle. Die Puffärmel an der Jeansbluse oben lassen mich zwar so aussehen, als würde ich gleich abheben, aber geschenkt. Den Praxis-Test besteht das Leibchen ohne böse Moleküle seit zwei Tagen.

Tencel ist wie Modal ein Produkt des österreichischen Herstellers Lenzing, der sich gerne als grüner Guru feiern lässt und Kongresse in Botanischen Gärten abhält. Tatsächlich kann sich die Bilanz des Viskose-Spezialisten sehen lassen. (more…)