30 Apr, 2009

Tauscht euch aus!

Anziehen, ausziehen und vielleicht was tauschen – Freiburg veranstaltet am 22. Mai die erste, große Klamottentauschparty in einem Musikclub. Die Betonung liegt auf Party, Klamottentausch hat aber einen viel handfesteren Ansatz: Es geht darum, die Garderobe aufzufrischen, ohne dafür Geld auszugeben. Und ökologisch ist es obendrein, weil Müll vermieden wird.

Eine britische Wohltätigkeitsorganisation schätzt, dass die Briten jedes Jahr 900 Milliarden Kleidungsstücke wegschmeißen. Das wird bei uns nicht anders sein. Warum nicht einen Teil davon tauschen?

Und so wird es sein: Um 21 Uhr trudeln die ersten Besucher im Klub Kamikaze ein, von denen jeder vier Euro Eintritt zahlt. Eins ihrer mitgebrachten Teile – die Leopardenhose oder die rosa Reizunterwäsche – wird wegen seiner besonderen Geschichte auf einen Kleiderständer gehängt, der Rest der Mitbringsel landet in der pasenden Kiste: Jacke zu Jacke, Hose zu Hose. Um 22.30 Uhr geht es los. Erlaubt ist, unverschämt zu sein und mehr zu nehmen, als mitgebracht wurde. Was übrig bleibt, geht später in den Umsonstladen in Freiburg.

Besonderes Highlight: Man kann Ertauschtes für einen geringen Obolus neu bedrucken und gestalten lassen. Pimp up your swap!

Übrigens: Von jetzt an können alle Tauschparty-Veranstalter im ganzen Bundesgebiet ihre Parties auf der neu eingerichteten Internetseite ankündigen.

Die Idee verbindet Gemeinschaftsgeist und Exzentrik, finde ich. Super Aktion von Sebastian und Sascha.

     
 Kirsten   Kirsten Brodde, Blog-Gründerin und Autorin von "Saubere Sachen", hat das Thema Ökomode quasi aus dem Nichts entwickelt. Sie arbeitet als Greenpeace Detox-Campaignerin bei Greenpeace Deutschland.

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Veröffentlicht in: Gesehen|News

8 Kommentare auf "Tauscht euch aus!"

1 | Fr.Jona&son

April 30th, 2009 at 11:32

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Ja super!
Ich glaube, wir verschnarchten Österreicher sind noch nicht soweit. Ich habe mir auch schon überlegt eine Swap-Party zu veranstalten , fürchte aber, daß ich nicht genug Zuspruch erhalten werde, oder daß dann nur H&M-Zeug gebracht wird. Aber vielleicht täusche ich mich und es finden sich ein paar Ausgeschlafene? Mal probieren.
Zum Thema Umgestalten der Sachen. Weißt Du da mehr?

2 | eiline

April 30th, 2009 at 12:23

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na prima! wir machen das seit jahren privat (http://annette-bouvain.de/2009/04/22/inkognito/) und ich glaube nicht, dass eine club-lounge-athmo das schaffen kann, was privater rahmen und jahrelange freundschaften schaffen. so wird es wieder nur liebloses wühlen in vollen kisten, geiles rennen nach tollen stücken und wieder wegwerfen des zuvor eilig eingerafften werden und man hat nicht das gefühl, etwas wertvolles, von jmd. zuvor geschaffenens und von einem anderen lange jahre geliebtes stück zu bekommen. in diesem club zieht sich keine dame um, das kann ich euch versprechen, denn es kost ja nix und dann kann man es ja auch wegwerfen und ist das nicht auch im westen noch viel peinlicher als hier im osten? wir haben uns ja ständig ausgezogen! macht das zu hause mädels, ein paar flaschen prosecco und fertig ist das mädchenvergnügen. a.

3 | Kirsten

April 30th, 2009 at 12:36

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@Frau Jona@son: Bitte sieh´auf die Seite der Klamottentauscher und gucke unter “Pimp up…” – da steht genau, wie es mit dem Bedrucken laufen soll – die Jungs haben einen mobilen Plotter dabei.
@Eiline: Du könntest mit dem Ausziehen recht haben. Vermutlich ist dann ständig die Toilette versperrt, es sei denn, es gibt mehrere Paravents, hinter denen frau und mann sich umziehen kann.
Meine Erfahrung mit den Freundinnen: Zu wenig Teile, wenn auch maximales Vergnügen.
In London funktioniert das mit den Clubs und ausgezogen wird sich dort auch. Aber den Briten ist wahrscheinlich wenig peinlich…..
Ich verspreche eine nüchterne Bilanz und ein nacktes (sprich: sehr klares) Interview mit Sebastian&Co….

4 | Sebastian

April 30th, 2009 at 12:59

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Zur Beruhigung: Natürlich wird es im Club Bereiche geben, wo man sich ungestört umziehen kann. Man kann aber muss nicht auf die Toilette gehen. Wenn wir mit der Party erreichen, dass sich einige Leute daraufhin zuhause treffen und ihr Kleider tauschen freuen wir uns natürlich auch darüber. Der Vorteil an der Veranstaltung im Club besteht darin, dass die Auswahl an Kleidungsstücken wesentlich größer ist. Und um auch noch Entwarnung in Sachen “liebloses wühlen in vollen kisten, geiles rennen nach tollen stücken und wieder wegwerfen des zuvor eilig eingerafften werden” zu geben: Wir stellen ein paar ausgewählte Teile samt Geschichte und (Noch-)BesitzerInnen vor. Schau Dich einfach etwas auf der Seite um, dann findest Du auch Antworten auf Deine Fragen. Beste Grüße, Sebastian

5 | eiline

April 30th, 2009 at 14:30

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@seebi: na schauen wir mal.
@kirsten: ja, bitte! interview!
und so lange: ich tausche zu hause!
freundlichst, a.

6 | Peter

April 30th, 2009 at 17:01

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Klingt auf jeden Fall interessant! Besser, als dauernd neue Kleidung zu kaufen und altes wegzuschmeißen. Das schont die Umwelt und auch den Konsumbeutel – man muss den Kommerzkreislauf ja nicht unnötig anheizen. :-)

7 | Sebastian

Mai 6th, 2009 at 23:45

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Liebe Kirsten! Es scheint im April auch eine Klamottentauschparty in Hamburg zu geben. Schau mal hier: http://www.myspace.com/secondhandelectro Die Location ist wohl das http://www.fundbureau.de Viele Grüße, Sebastian

8 | Kirsten

Mai 7th, 2009 at 14:53

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@Sebastian: Wenn ich euch Freiburger nicht hätte, würde ich ja gar nicht wissen, was los ist in Hamburg. Na dann bin ich wohl am 29. Mai samt meinen Ex-Klamotten in der Stresemannstraße und höre Electro-Music….