“Grüne Erde” aus Österreich (”Natürlich wohnen…”), von denen ich bislang vermutet hätte, sie verkauften mir lieber einen puristischen Kleiderschrank als Kleidung, steigt ja bekanntlich im großen Stil in die grüne Mode ein. Inzwischen sind alle 13 Läden in Deutschland und Österreich mit der Kollektion, Spiegeln und Umkleidekabinen ausgerüstet. In Hamburg habe ich mir den Laden nahe des pompösen Jungfernstieges kürzlich angesehen. Natürlich ist es innen nicht galaesk eingerichtet und verzichtet auf viel Bling-Bling, es wirkt eher vernünftig - so wie ich es mag.
So sind auch die Verkäuferinnen. Nicht der Typ, der einem etwas aufschwatzt, sondern jemand, der eine praktische Lösung parat hat. Manch einem mag die Kollektion zu sehr an “Simple Chic” erinnern und zu harmlos sein, aber sie passt zu einem unprätentiösen Alltag. Ins Design-Museum schaffen es die Basics von Grüne Erde sicher nicht. Womöglich aber in ein paar Kleiderschränke - gerade der Strick. Statt wie August fühlt es sich ja draußen wie März an, da lohnt ein Blick auf die wärmeren Sachen durchaus. Einen Strickmantel mit Kapuze in Blau und Grau habe ich schon - zeige ich demnächst.
Ich hatte ja das Vergnügen, bei der Jubeldemo der Kampagne für Saubere Kleidung in Berlin dabei zu sein. Solche Aktionen entstehen nicht aus einer Laune heraus, sondern werden geplant und brauchen Übung. Und nicht jeder Aktivist von morgen scharrt schon mit den Füßen, sondern braucht Einstimmung. Zu diesem Zweck bietet die Kampagne für Saubere Kleidung vom 17. - 19. September einen Aktionsworkshop zu Thema Outdoor-Hersteller an. Geplant werden Aktionen für den Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober.
Die Outdoor-Branche steht für Naturverbundenheit und lässt sich ihre funktionale Mode teuer bezahlen - nur die Arbeiter in den Produktionsländern werden abgespeist. Die Kampagne für Saubere Kleidung mühte sich erfolgreich, dass sich Mammut oder Jack Wolfskin von der Fair Wear Foundation (FWF) überwachen lassen, andere wie North Face oder Tatonka sind noch nicht soweit. Die Hürden sind niedriger als bei Schnelldrehern wie H&M oder Zara, denn die Hersteller von Trekkingschuhen oder Daunenjacken haben meist nur eine überschaubare Zahl von Lieferanten. Weiter lesen…
Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Ort für Lesungen - und traf im Lokal in Hamburg Anna Liedtke alias Lena Schokolade. Der Kontrast könnte nicht größer sein. Annas T-Shirts und Kleider haben gefällige Farben und Schnitte, die süß wie Schokolade sind. Die Texte, die darauf gedruckt sind, thematisieren in schonungsloser Offenheit Kinderarbeit, Hunger oder Völkermord. Sie sind nüchtern, aber dennoch eine bittere Lektüre. Weiter lesen…
George Frazier soll gesagt haben: “Du willst wissen, ob ein Mann gut angezogen ist? Sieh´auf seine Schuhe.” Das stammt aus meiner aktuellen Mode-Bibel “Chic Simple” von 1993 und ist auch 17 Jahre später noch richtig. Diese Männer-Schuhe von Snipe (Modell Paterna) im aktuellen Bergsteiger-Look mit Wolle, Filz und chromfrei gegerbt (mit dem Mineralsalz Titan) lösen in mir zärtliche Gefühle für Gipfelstürmer aus - jedenfalls ist das meine Assoziation.
Achtung: Ich erweitere immer noch die Liste für grüne Kindermode und ermutige alle Anbieter, sich dort zu präsentieren. Wie heute gerade wieder passiert.
Die Innatex ist der Klassiker unter den Ökomode-Messen und hat Bestand - und das trotz eines jenseits der Modemetropolen gelegenen Standortes wie Wallau bei Frankfurt. Dafür gibt es ja jetzt immer eine gut besuchte Lounge der Innatex-Macher während der Modewoche in Berlin, einen Brückenkopf sozusagen. Weiter lesen…
Rharbarber kennen die meisten als Kompott oder auf dem Kuchen. Das rasant schießende Gemüse taugt aber auch zum pflanzlichen Gerben von Leder. Die Gerbstoffe werden aus der Wurzel der Rhabarberpflanze gewonnen. Die Firma Rooters aus Bernburg in Sachsen-Anhalt hat die umweltfreundliche Alternative entwickelt und mit dem Designerduo Anne Gorke und Antje Wolter (Vilde Svaner) in eine modische Form übersetzt. Die Neuinterpretation des alten Jute-Beutels aus feinstem Nappaleder gegerbt mit Rhabarber seht ihr oben. Weiter lesen…
Diese Woche startet die zehnwöchige Kampagne der Erklärung von Bern/Kampagne für saubere Kleidung zum Thema Existenzlohn. Woche für Woche werden die Modefirmen aufgelistet, die ihre Arbeiter mit Hungerlöhnen abspeisen. Was bezahlt wird, liegt weit unter dem, was Familien in Produktionsländern wie Bangladesch, China oder Indien brauchen. Das Video erklärt, wieso die Firmen mit dieser windigen Praxis durchkommen und was zu tun ist - nämlich protestieren und diesen Konzernen als Kunde weglaufen. Erläutert wird auch, warum zehn Rappen (sieben Cent) - so der Titel der Kampagne - definitiv einen Unterschied machen. Weiter lesen…
Wenn Stiftung Warentest kommt, muss man handeln und in Topform sein. Lippenbekenntnisse reichen da nicht, Papiere müssen her und Zertifizierungen.
Das haben die Bio-Anbieter beim aktuellen T-Shirt-Test der Warenprüfer bitter lernen müssen (August-Ausgabe). Gerade wer hohe Ansprüche hat, der muss diese einhalten können. Verbraucher reagieren zu Recht sensibel darauf, wenn sie fürchten müssen, genasführt zu werden. Weiter lesen…
Vom kleinen Sternchen in der Milchstraße zum Zentralgestirn - so lässt sich der Aufstieg der grünen Mode in Berlin beschreiben. Natürlich thront immer noch die konventionelle Mode etwas gottväterlich über allem, aber die ehrfürchtige Scheu der grünen Modemacher ist gewichen. Weiter lesen…