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	<title>Grüne Mode - Kirsten Brodde - Blog &#187; Michael Pollok</title>
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		<title>Stitched Up: The Anti-Capitalist Book of Fashion (Tansy E. Hoskins)</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Oct 2014 21:03:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Michael Pollok]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Rezension von Michael Pollok Mode, in all ihren facettenreichen Variationen, hat etwas Herrliches und Bezauberndes. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich aber eine mindestens genauso furchtbare und grausame Realität. Tansy Hoskins Buch ist ein kritisches Manifest, das genau hier ansetzt: Es ist keine Absage an die Schönheit und Kreativität, die in jedem Kleidungsstück steckt, sondern [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2014/10/stitched-up.jpg"><img class="alignnone wp-image-6197" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2014/10/stitched-up.jpg" alt="stitched-up" width="480" height="557" /></a></p>
<p>Eine Rezension von Michael Pollok</p>
<p style="margin-bottom: 0.35cm;" align="JUSTIFY">Mode, in all ihren facettenreichen Variationen, hat etwas Herrliches und Bezauberndes. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich aber eine mindestens genauso furchtbare und grausame Realität. Tansy Hoskins Buch ist ein kritisches Manifest, das genau hier ansetzt: Es ist keine Absage an die Schönheit und Kreativität, die in jedem Kleidungsstück steckt, sondern das Plädoyer gegen ein globales System, das auf allen Ebenen des sozialen Reproduktionsprozesses Menschen ausbeutet und diese für ökonomischen Interessen ausnutzt.<span id="more-6188"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0.35cm;" align="JUSTIFY">Die effektivsten Unterdrücker seien hierbei genau diejenigen, die es schaffen, ihre Untergeordneten dazu zu bringen sie zu lieben, zu begehren und sich mit ihrer Macht zu identifizieren. Mode nutzt genau diese Logik und verwehrt denjenigen an Schönheit und Kreativität teilzuhaben, die in mühevoller, aufzehrender Handarbeit, Tag für Tag auf den Baumwollfeldern und in den Nähfabriken dafür sorgen kleine Kunstwerke zu Minimalpreisen in unsere Läden zu liefern. In ihrem mitreißenden Buch führt Hoskins die Leser in die Untiefen einer Produktionswelt, die nur auf Profit aus ist und von einigen wenigen, transnational agierenden Unternehmen kontrolliert wird. Welche menschenverachtenden Praktiken dabei enthüllt werden dreht sogar gut informierten Modekenner_innen den Magen um und lässt die Mystique der Mode schnell verblassen.</p>
<p style="margin-bottom: 0.35cm;" align="JUSTIFY">Ständig kommt man ins Grübeln wie eigentlich dieser Pullover hergestellt wurde an den sich die beim Lesen immer wieder aufkommende Gänsehaut schmiegt. Dabei hört Hoskins nicht bei den ausgebeuteten Textilarbeiter_innen in den Produktionsländern auf, sondern erweitert ihre detaillierte Analyse auf die immense Ausbeutung der Natur- und Tierwelt und lenkt dann auch den Blick auf die vermeintlichen Ausbeuter – nämlich uns: die privilegierten Konsument_innen, die den Sinn verloren haben für Qualität, die sich täuschen lassen von großen Marketing-Kampagnen und Models, die sich bis in den Hungertot treiben und an den sexistischen und rassistischen Modeidealen zu Grunde gehen. Mode also als akribisch organisierte Ausbeutungsindustrie, die alle Lebenswelten weltweit vereinnahmt.</p>
<p style="margin-bottom: 0.35cm;" align="JUSTIFY">Und nun? In den letzten drei Kapiteln macht Hoskins Hoffnung auf eine alternative Realität und zeigt Perspektiven von Widerstand, Reform und Revolution. Hier wird schnell klar, dass sie mehr von uns fordert als zum Beispiel den Konsum ethischer Mode als Symptonbekämpfung eines defizitären kapitalistischen Systems. Wie könne man auch die Lösung für alle Probleme in der Ursache dieser finden? Doch wie kann man dieses menschenverachtende System umgehen? Hoskins fordert nicht weniger als eine radikale Demokratisierung von Mode: kleine Kooperativen in denen die Kleidung selbstbestimmt und unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wird, unabhängige Designer_innen, aber auch Konsument_innen, die selbst zu kreativen Produzent_innen ihres Lebensstils werden. Nur so könne der Übergang von einer alles verzehrenden Fast-Fashion Mentalität hin zu selbstbestimmten Individualismus geschaffen werden, der nicht auf die Ausbeutung anderer angewiesen ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0.35cm;" align="JUSTIFY">Hoskins Buch ist ein bedeutender und wichtiger Beitrag beim Nachdenken darüber, wie Mode sozial und ökologisch nachhaltig gestaltet werden kann. Nach dem Lesen der letzten Seite ist es eben nicht eines der Bücher, die man resigniert und frustriert beiseitelegt, weil die Probleme sowieso zu groß scheinen oder man keine Lust auf einen weiteren Kauf-dich-nachhaltig-und-glücklich-Guide hat. Hoskins macht Mut und Lust selbst Vertreter_in eines eigenen individuellen Lebensstils zu sein und nicht mehr passive/r Konsument_in. Auch wenn viele Fragen offen bleiben ist das Buch doch eine Grundlage darüber zu reflektieren, wie wir gemeinsam aktiver, demokratischer und freier werden können und dabei das schätzen was wir und was andere dafür tun können aus dieser Welt einen offeneren, schöneren, traumhafteren Ort zu machen. Jede Praxis der politischen Emanzipation – und das gilt auch in der Mode, die nachhaltig sein will – beinhaltet auch immer die schwierigste Form der Befreiung, nämlich uns selbst von uns selbst. Prädikat: absolut lesenswert!</p>
<p style="margin-bottom: 0.35cm;" align="JUSTIFY">Stitched Up: The Anti-Capitalist Book of Fashion  von Tansy E. Hoskins ist erschienen bei <a href="Stitched%20Up: The Anti-Capitalist Book of Fashion (Tansy E. Hoskins)">Pluto Press</a>.</p>
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		<title>Discovering Innatex 35</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Aug 2014 19:36:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Michael Pollok]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[Über 240 Aussteller aus 16 Ländern präsentierten sich auf der Innatex 35. Was Modemessen angeht, bin ich ja ein absoluter Neuling und war deswegen besonders gespannt auf Europas (wenn nicht sogar, wie teilweise vermutet, die weltweit) größte internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien. Die dem Besuch vorausgegangen Befürchtungen etwas orientierungslos durch die beiden Hallen zu laufen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6092" style="width: 460px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2014/08/14660028768_dbde43dcc6_z.jpg"><img class="wp-image-6092" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2014/08/14660028768_dbde43dcc6_z.jpg" alt="14660028768_dbde43dcc6_z" width="450" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fotos: INNATEX / Peter Porst www.peterporst.com</p></div>
<p>Über 240 Aussteller aus 16 Ländern präsentierten sich auf der Innatex 35. Was Modemessen angeht, bin ich ja ein absoluter Neuling und war deswegen besonders gespannt auf Europas (wenn nicht sogar, wie teilweise vermutet, die weltweit) größte internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien. Die dem Besuch vorausgegangen Befürchtungen etwas orientierungslos durch die beiden Hallen zu laufen waren schnell verflogen, da mir der Presseausweis doch recht umfangreiche Betreuung von Organisator_innen und Aussteller_innen zugleich sicherstellte.<span id="more-6083"></span></p>
<p>So war man in der Presselounge sehr offen für meine Fragen, auch wenn diese wohl recht ungewöhnlich waren: „Sind die Models bei euren Shows zertifiziert oder gewerkschaftlich organisiert?“ oder „Gibt es Labels, die sich dezidiert politisch oder aktivistisch engagieren, zum Beispiel im Gender-Bereich? &#8211; beides Fragen, die mir nicht spontan beantwortet werden konnten. Erstere führte darüber hinaus dazu, dass alle, die in die Presse-Lounge kamen gefragt wurden, ob es Bio-Models gebe und ich sofort den Ruf weg hatte komische und/oder schwere Fragen zu stellen. Aufgeworfen hat diese Fragen bei mir <a href="https://www.facebook.com/StitchedUpFashion">meine jüngste Lektüre</a>, die ich hier bald vorstellen werde.</p>
<p>Nach einer kurzen Vorstellung der diesjährigen ‚Design Discoveries‘ war ich dann auch bereit mich gut informiert in die Ausstellungshallen zu begeben. Zunächst interessierte mich Halle 2 mit überwiegend neuen, jungen Labels, wie Knowledge Cotton, Armedangels, Recolution usw. Das im Voraus so angepriesene neue Ausstellungkonzept hat mich jetzt nicht umgehauen, wobei ich auch nicht wirkliche Vergleichspunkte habe, dennoch hat man einen super Eindruck von den Kollektionen bekommen und trotz anzusehender Müdigkeit nach drei Messetagen, waren alle aufgeschlossen und ebenso offen für meine Fragen. Da ich die etablierteren Labels fast alle bereits kannte, interessierten mich besonders die Design Discoveries. Drei von den sechs gekührten Labels fand ich besonders spannend: Modische ‚Politische Prints&#8216; von Anagram, ‚High Fashion Re- und Upcycling‘ von Luxaa und die ‚Do it yourself-Schuhe’ von Comake.</p>
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<p>Als neues Hamburger Label schafft <a href="https://www.anagram-clothing.de/">Anagram</a> es <img class="alignright wp-image-6097" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2014/08/IMG_2694.jpg" alt="IMG_2694" width="250" height="347" />politische Messages modisch und einfallsreich zu verpacken. Neben Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit stehen für kommenden Sommer Aufdrucke zur Auswahl die sich zum Beispiel gegen Jagd einsetzen oder das androgyne Model Andrej Pejic zeigen. Eigentlich gar kein großer Fan von Printshirts fand ich die Motive und die dazugehörigen Sprüche sehr einfallsreich. Mal schauen was man sonst noch so hört in den nächsten Jahren. Modisch wirkt die Kollektion eher basic, macht aber einen runden Eindruck, die Prints sind, wie gesagt, top und ein Hingucker!</p>
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<p>Sofort zur Lieblingsmarke geworden schafft es <a href="http://luxaa.de">Luxaa</a> re- und upcycling auf einem hohen Niveau zu präsentieren. Auch wenn es reine Frauenkollektionen sind, war ich sofort begeistert. Gespannt war ich auf die Haptik des wie Papier wirkenden Wundermaterials Tyvek, einem recycelbaren Polyethylen Vliesstoff, der problemlos bei 90° gewaschen und bis zu fünf mal recycled werden kann bevor es entsorgt oder für andere Produkte weiterverwertet werden kann. Das Material fühlt sich ganz glatt an und ist federleicht. Besonders die Taschen aus geschredderten Leder haben es mir angetan, (würde ich auch tragen, liegen preislich jedoch etwas über meine Studentenbudget). Luxaa ist ein wunderbares Beispiel wie sich Technik und Mode verbinden lassen, ökig ist an dieser eleganten Kollektion rein gar nichts.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6100" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2014/08/IMG_2690.jpg" alt="IMG_2690" width="450" height="353" /></p>
<p><a href="http://comake.de/">Comake</a> laden mit ihrem Schuh zum Selberbauen dazu ein mal zu spüren, wie aufwändig es ist einen guten Schuh zu produzieren. Zunächst hatte ich ehrlich gesagt einige Befürchtungen wie das wohl aussehen würde, war dann aber positiv überrascht und sofort begeistert. Zwei bis drei Stunden dauert es wohl beide Schuhe zusammen zu nähen. Hier sind die beiden Gründer auch ganz im Geist der Zeit wo Aktivist_innen und Autor_innen wie Tansy Hoskins aus Großbritannien in ihrem kürzlich erschiennen Buch ‚Stiched Up, the Anticapitalist Book of Fashion‘, genau diese Einbindung und Überschneidung von Produzent_innen und Konsument_innen fordern. Toll sind auch liebevolle Details, wie die auf die Sohle prägnierte Stadtkarte von Weimar wo die Idee für die Schuhe herkommen.</p>
<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2014/08/IMG_2703.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6102" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2014/08/IMG_2703.jpg" alt="IMG_2703" width="450" height="333" /></a></p>
<p>Abschließend ziehe ich ein positives Fazit von meinem ersten Messebesuch. Leider konnte ich nicht bei den Catwalks, Fachforen und der Party dabei sein, die laut mehreren Austeller_innen wirklich toll und kommunikativ gewesen sein müssen. Da ich ja generell gar keine Ahnung hatte, was mich auf einer solchen Messe hätte erwarten können, schien mir der Aufbau und die Art der Präsentation in beiden Halle sinnvoll und einleuchtend. Die Design Discoveries waren darüber hinaus eine tolle Möglichkeit auch neue Labels kennen zu lernen, die einem vielleicht nicht direkt aufgefallen wären, neben den vielen etablierteren Labels &#8211; hier war es super zu sehen, dass es in einer noch immer recht kleinen Branche bereits so viele starke Marken gibt, die tolle Mode produzieren.</p>
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