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	<title>Grüne Mode - Kirsten Brodde - Blog &#187; Tchibo</title>
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		<title>Tchibo, T-Shirts und Tabus</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 18:12:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Tchibo]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie ihr wisst, bin ich ein engagierter Förderer von Tchibo. Ich bestelle gerne bei Tchibo (das Resultat war im Blog zu bewundern). Und genau ein Jahr nach meiner Aktion flackerte ein Werbemail von Tchibo auf meinem Bildschirm auf und bot mir T-Shirts zum Selbstgestalten an. Da gab es kein Halten mehr. Angetan war ich besonders [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2009/06/100_2827.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-455" title="100_2827" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2009/06/100_2827-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Wie ihr wisst, bin ich ein engagierter Förderer von Tchibo. Ich bestelle gerne bei Tchibo (das Resultat war im Blog zu bewundern). Und genau ein Jahr nach meiner Aktion flackerte ein Werbemail von Tchibo auf meinem Bildschirm auf und bot mir T-Shirts zum Selbstgestalten an. Da gab es kein Halten mehr. Angetan war ich besonders von den Shirts aus Biobaumwolle, die der Konzern mir zeigte. Respekt! Das ist ein großer Erfolg für uns kritische Konsumenten. Weniger angetan war ich, als ich nicht draufdrucken durfte, was ich wollte. Tchibo hat eine Zensur im Internet eingeführt und bestimmte Schlüsselworte und Wortkombinationen sperren lassen. <span id="more-454"></span></p>
<p>Wozu? Die Aktionsshirts liefert Continental Clothing, die sich von der strengen Fair Wear Foundation (FWF) auf Sozialverträglichkeit kontrollieren lassen. Da könnte der Konzern doch gelassen sein. </p>
<p>Spannender ist, welche Begriffe Tchibo auf den Index gesetzt hat.</p>
<p>Entschieden hatte ich mich für den Aufdruck: BIO, ABER UNFAIR. Um darauf anzuspielen, dass ein Bioboom noch keinen Ethikboom macht.</p>
<p>Und was flackert auf meinem Bildschirm auf?  &#8222;Der Text &#8222;unfair&#8220; gefällt uns nicht. Bitte gib´einen anderen Text ein.&#8220; Amüsiert teste ich weiteres einschlägiges Vokabular. &#8222;Kinderarbeit&#8220; ist blockiert, ebenso wie &#8222;Hungerlöhne&#8220; und &#8222;Sklaven&#8220;. Und was passiert, wenn ich &#8222;Tchibo&#8220; auf mein Shirt drucken will???  &#8222;Der Text &#8222;Tchibo&#8220; ist markenrechtlich geschützt und darf daher nicht verwendet werden.&#8220;</p>
<p>Fazit I: Konzern hat gelernt. Fazit II: Kirsten auch. Ich tippe in absichtlich falscher Rechtschreibung:</p>
<p>BIO, ABER UNFÄR</p>
<p>Ratet? Prompt bekomme ich eine Bestellbestätigung. Ich öffne im Geiste das Paket, ziehe das Shirt an, gehe in die Garage und schreibe ein Banner, auf dem steht:</p>
<p>FRAGEN SIE MICH NACH MEINEM FALSCH GESCHRIEBENEN T-SHIRT.</p>
<p>Eine halbe Stunde später kommt die Stornomail des Konzerns. Sie möchten das T-Shirt nicht drucken. Offenbar gucken noch mal zwei echte Augen auf jede Bestellung. Nett von euch, denke ich. Ihr wollt mich davor schützen, mich mit falscher Orthographie auf der Straße lächerlich zu machen. </p>
<p>Und nun Kirstens ultimative Bilanz: Die Worte, die blockiert sind, lassen tief blicken. Sie offenbaren die Schwächen, die der Konzern selbst sieht und für die er nicht am Pranger stehen möchte. Verletzung von Menschenrechten. Hungerlöhne und Sklavenarbeit.</p>
<p>Alles andere ist erlaubt: Die Worte PESTIZIDE, GIFTIG und selbst ÖKOSCHWEIN könnte ich aufdrucken lassen. Hier fürchtet Tchibo sich nicht mehr.</p>
<p>Damit ist offenbar, woran die Textilbranche derzeit krankt. In Sachen Umwelt sind sie weit vorne, in Sachen Ethik noch weit hinten. Wer diese Zensurliste für Tchibo gemacht hat, wusste das. Denn die Aktionsware mag ethisch korrekt sein, für das Gros der Tchibo-Textilien gilt das nach wie vor nicht.</p>
<p>Ich verschweige euch, welche Obszönitäten ich noch getestet habe. Pornographie ging anstandslos. Würde aber hoffentlich von den zwei Augen, die die Endkontrolle machen, auch storniert! </p>
<p>Übrigens: Nicht nur mir sind diese Schlüsselworte verboten. Die Zensur gilt für uns alle. Man dürfte also nicht einmal dem eigenen Chef per T-Shirt Hungerlöhne attestieren.</p>
<p>Also liebe Leute von Tchibo: Ihr seid auf dem richtigen Weg. Weiter so. Läppische Zensurspielchen im Internet bringen euch allerdings nicht weiter. </p>
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		<title>Komplizierter Kleiderschrank</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 12:56:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tchibo]]></category>

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		<description><![CDATA[Frankreich hat eine Ministerin, deren Liebesleben kompliziert ist. Das ist übrigens eine sehr französische Tugend. Bei mir ist mein Kleiderschrank kompliziert. &#8222;Soll ich oder soll ich nicht?&#8220;, fragte ich mich frei nach Hamlet heute angesichts der Invasion von Biobaumwolle in Tchibos Auslagen. Yoga-Klamotten, wohin man sah. Seit meiner Aktion im Juni vergangenen Jahres habe ich [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2009/01/100_2525.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-281" title="100_2525" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2009/01/100_2525-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Frankreich hat eine Ministerin, deren Liebesleben kompliziert ist. Das ist übrigens eine sehr französische Tugend. Bei mir ist mein Kleiderschrank kompliziert. &#8222;Soll ich oder soll ich nicht?&#8220;, fragte ich mich frei nach Hamlet heute angesichts der Invasion von Biobaumwolle in Tchibos Auslagen. Yoga-Klamotten, wohin man sah. Seit meiner Aktion im Juni vergangenen Jahres habe ich keine Filiale mehr betreten und etwas paranoid fragte ich mich, ob mich jemand erkannte, als ich die grüne Ware schließlich DRINNEN inspizierte.</p>
<p><span id="more-280"></span>Auslöser war eigentlich die Frage meiner Teenager-Tochter, mit der ich neulich vor einer Tchibo-Filiale stand und die mich fragte: &#8222;Mami, hast du da eigentlich Hausverbot?&#8220;. Natürlich nicht und schrotkörnige Verbissenheit versuche ich mir abzugewöhnen.</p>
<p>Zwischenzeitlich gab es ohnehin schon Babybodies aus Biobaumwolle bei Tchibo, die für mich allerdings nicht interessant waren. Die Sportkluft schon, obwohl ich mich immer wieder ärgere, dass Käuferinnen grüner Mode von Konzernen offenbar in Gänze für puristische, erdverbundene Yogis gehalten werden. Ich bin mit Yoga durch, seit ich versuchte, mich damit auf zwei Geburten vorzubereiten und Atemtechniken übte. Hat nicht geklappt. Atmen ging nicht.</p>
<p>Aber, genug der Exkurse. Die Yoga-Klamotten sind aus Biobaumwolle, stylish und erschwinglich. Natürlich ist nur die Faser ökologisch einwandfrei und nicht der ganze Weg vom Acker bis in den Schrank. Aber das ist ein Anfang. Und natürlich macht der Bioboom bei Tchibo noch keinen Ethikboom &#8211; die Ware wird in denselben Fabriken hergestellt wie der Rest. Wer also beides will &#8211; bio und fair &#8211; oder ohnehin auf die kleinen Öko-Anbieter steht, die mit vollem Herzen dabei sind, wird dort nicht kaufen.</p>
<p>Alternativen für Yoga-Klamotten gibt es. Ob <a href="https://www.27friends.com">27friends </a>in Berlin oder <a href="https://www.mandala-fashion.com">Mandala </a>aus München und und und&#8230; Ihr wisst, dass ich aber die gesamte, schmutzige Textilindustrie bewegen will und hoffe deshalb, dass eine Menge Tchibo-Kundinnen quasi aus Versehen diese Woche bei Tchibo Kleidung aus Biobaumwolle kaufen und der Konzern den rasanten Absatz als echtes Aufbruchsignal versteht. Die Ergebnisse der Marktforschung würden mich sehr interessieren.</p>
<p>Vielleicht sollte Tchibo noch eine Abwrackprämie obendrauf legen für ausgediente, konventionelle Tchibo-Kleidung, die jetzt spontan an Oxfam gespendet wird. Das ist doch jetzt en vogue.</p>
<p>Ja, ich habe eine Hose und ein Oberteil gekauft. Ich werde beides an meine Yoga-begeisterte Schwester verschenken. Ich bleibe beim Laufen und doch lieber Tchibo-frei, auch wenn das jetzt doch verbissen klingt.</p>
<p>Wie gesagt, mein Kleiderleben ist kompliziert.</p>
<p>Ihr seid erwachsen, entscheidet selbst.</p>
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		<title>10 Seiten von Tchibo</title>
		<link>https://www.kirstenbrodde.de/?p=63</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Jul 2008 14:57:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tchibo]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe Post &#8211; elektronische Post. Ihr könnt sie lesen, sie ist angehängt. Tchibo hat was zu sagen und wählt den Brief und den Blog als Sprachrohr. Zumindest hier lassen sie sich kinderleicht modernisieren. Das ist gut. Respekt verdient auch, dass Tchibo sich ernsthaft Mühe gegeben hat, auf die Aktion und die Forderung nach Transparenz [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe Post &#8211; elektronische Post. Ihr könnt sie lesen, sie ist angehängt. Tchibo hat was zu sagen und wählt den Brief und den Blog als Sprachrohr. Zumindest hier lassen sie sich kinderleicht modernisieren. Das ist gut. Respekt verdient auch, dass Tchibo sich ernsthaft Mühe gegeben hat, auf die Aktion und die Forderung nach Transparenz zu reagieren.</p>
<p>Gut gestimmt sitze ich also vor der elektronischen Post und lese und lese und lese. Wow! Zehn Seiten hat Achim Lohrie, Leiter der Unternehmensverantwortung von Tchibo, geschrieben. Zehn Seiten, um auf eine simple Forderung zu reagieren, die sich in drei Sätzen formulieren lässt und einfach ausgedrückt heißt: Sagt öffentlich, wo und wie ihr produziert. Zehn Seiten, die man nochmal und nochmal liest, bis man schließlich merkt, dass man hier von oben herab erklärt bekommt, wie k o m p l i z i e r t  die ganze Sache ist und der Konzern eigentlich machtlos.</p>
<p>Der Brief ist vollgemüllt mit mehr oder minder richtigen Fakten, mit realen und irrealen Argumenten, die sich dennoch leichtfüßig zusammenfassen lassen:</p>
<p>&#8211; Tchibo gibt zu, ein &#8222;Late Mover&#8220; zu sein. Das Unternehmen sei spät gestartet und hätte noch keine lange Tradition beim &#8222;ökologisch-sozialen&#8220; Optimieren seiner Geschäftstätigkeit. Erst öffentlicher Druck habe sie dazu veranlasst (S.3).</p>
<p>&#8211; Tchibo gibt zu, vieles liege im Argen. Die gesetzlichen Mindestlöhne in Entwicklungsländern reichten nicht aus, um den Lebensunterhalt der Beschäftigten zu decken; die Freiheit der Beschäftigten, sich gewerkschaftlich zu organisieren sei nicht garantiert; Umwelt- und Sozialverantwortung spiele in den Verhandlungen zwischen internationalen Einkäufern und Lieferanten keine &#8222;regelhafte&#8220; Rolle. (S.8)</p>
<p>&#8211; Tchibo behauptet, nichts tun zu können. Ein einzelnes Handelsunternehmen könne Arbeits- und Sozialstandards nicht durchsetzen. Es bedürfe eines &#8222;einheitlichen Vorgehens aller internationalen gesellschaftlichen Anspruchsteller&#8220; (S.4).  <strong></strong></p>
<p><strong>Ach Herr Lohrie, das heißt, sie sind guten Willens und bekommen nichts auf die Reihe?</strong></p>
<p>Ich traue ihnen mehr zu. Tchibo ist groß, Tchibo nimmt hohe Mengen ab und wird zumindest zeitweise exklusiv in Fabriken produzieren. Sie behaupten tatsächlich, sie könnten ihre Zulieferer nicht zwingen, ordentlich zu zahlen? Sie knechten ihre Zulieferer sonst doch auch mit engen Fristen und niedrigen Preisen und bei den Löhnen haben sie plötzlich keinen Einfluss? Und Gesetze? Es braucht keine Gesetze, Leute ordentlich zu bezahlen. Sie machen es sich schlicht zu einfach, wenn sie ihre Verantwortung in einem diffusen Netz von Beteiligten versickern lassen. Ein bißchen Gesetz, ein bißchen Tchibo, ein bißchen Konsument &#8211; und am Schluss ist keiner verantwortlich und nichts geschehen.</p>
<p>Dabei nehmen sie doch auch sonst penibel ihre Verantwortung wahr. Nämlich dann, wenn es um die Qualität ihrer Produkte geht. <strong>Dann kontollieren sie plötzlich messerscharf und gucken nach jeder Laufmasche. </strong>Tun sie also nicht so, als seien sie tatsächlich machtlos.</p>
<p>Und sie weigern sich, ihre Lieferanten öffentlich zu nennen und wollen keinen gucken lassen, um ihre Geschäftsgeheimnisse zu schützen und &#8222;wettbewerbsrelevante Daten&#8220;? So ein Quatsch. Ihre Konkurrenten wissen längst genau, wo sie produzieren, sie sehen ihr TCM-Label in den Nähstraßen und auch die Fabrikbesitzer reden freimütig darüber. Und was soll das mit dem Vertrauen? Der ganze Brief schreit: Vertraue mir. Ich denke immer noch: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.</p>
<p>Auch deshalb hätte ich es besser gefunden, es fänden sich klare Aussagen, wann sie was erreicht haben wollen. In dem ganzen Brief nennen sie kein einziges Datum. Lapidar erklären sie, sie arbeiteten &#8222;unter Hochdruck&#8220;. Und das seit zweieinhalb Jahren. Die Kampagne für Saubere Kleidung bestätigte bei Spiegel Online, in der Praxis habe sich nichts getan &#8211; die konkreten Arbeitsbedingungen vor Ort hätten sich nicht verbessert.</p>
<p>Das ist nicht zufriedenstellend. Auch nicht nach zehn Seiten Brief. Ich bleibe in der Nähe, Herr Lohrie.  <a title="Antwort von Tchibo" href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/pdf/tchibo_antwort.pdf" target="_blank"></a></p>
<p><a title="Antwort von Tchibo" href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/pdf/tchibo_antwort.pdf" target="_blank">Antwort von Tchibo</a></p>
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		<title>&#8222;Sie sehen gar nicht aus wie eine Banditin&#8220;</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jun 2008 11:33:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tchibo]]></category>

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		<description><![CDATA[Madonna singt: &#8222;You´ve got only four minutes to save the world&#8220;. Ein bißchen mehr ist es schon. Erst nach 37 Minuten kommt die Polizei mit Minna und drei Beamten, um meine Aktion vor der Tchibo-Filiale in der Hamburger Innenstadt zu beenden. Bis dahin hatten sich eine Menge Passanten nach meinem T-Shirt erkundigt &#8211; dazu hatte [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2156.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-55" style="float: left;" title="100_2156" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2156-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Madonna singt: &#8222;You´ve got only four minutes to save the world&#8220;. Ein bißchen mehr ist es schon. Erst nach 37 Minuten kommt die Polizei mit Minna und drei Beamten, um meine Aktion vor der Tchibo-Filiale in der Hamburger Innenstadt zu beenden.</p>
<p>Bis dahin hatten sich eine Menge Passanten nach meinem T-Shirt erkundigt &#8211; dazu hatte ich sie schließlich aufgefordert und eifrig erzählt, welche knochenharten Bedingungen in der Textilindustrie gang und gäbe sind. Tchibo sagt, ihre Kunden interessieren sich nicht dafür. Stimmt nicht. Die meisten würden schon ein paar Cent mehr bezahlen, wenn ihre Kleidung sauber und sozialverträglich hergestellt wäre. Und das geht.</p>
<p>Bereits morgens im Zeitungsladen sprachen mich die ersten an. Ist das ein Protest? Aber nicht bei uns, oder? Manche hielten mich auch für eine streikende Tchibo-Mitarbeiterin, die die skandalösen Geschäftspraktiken ihres Arbeitgebers anprangerte. Und mein Lieblingsspruch anläßlich des friedlichen Protests: &#8222;Sie sehen gar nicht aus wie eine Banditin!&#8220;</p>
<p>Bin ich auch nicht, nur eine Bloggerin, die Tchibo mahnt, nicht am anderen Ende der Welt in Bangladesch oder China so die Löhne zu drücken, nur damit wir hier billige Shirts kaufen können. Und jemand, der ein Buch schreibt über die Mode, die ohne Gift und mit mehr Gerechtigkeit hergestellt wird &#8211; Grüne Mode eben.</p>
<p>&#8222;Sie müssen zur Konzernspitze&#8220;, sagte eine Passantin. Geht nicht. Die haben heute Hauptversammlung. Und mir geht auch nicht um Ressentiment gegen große Konzerne, sondern um die Modernisierung einer Branche, deren Kunden längst weiter sind als sie selbst. Die wissen wollen, wo und wie produziert sind und die Geschichte hinter ihrem Produkt kennen wollen. Das wollte ich zeigen und die Hanseaten sind gar nicht so unnahbar, wie es immer heißt.</p>
<p>Weil ich alleine war, hält die Hamburger Polizei das jetzt nicht für eine unangekündigte Demonstration, sondern für eine freie Meinungsäußerung. Über das Versammlungsrecht bin ich belehrt worden. Die zwei Tchibo-Mitarbeiterinnen in der Filiale haben argumentiert, solche T-Shirts, wie ich eins trage, hätten sie gar nicht. Aber der Kaffeeröster hat es für mich bedruckt und mir für 14,90 plus Versand verkauft. Das hat die Polizei sehr amüsiert. Für mich Öko-Guerilla-Bloggerin ist die Sache beendet. Der Tchibo-Truppe für Unternehmensverantwortung kann mein Protest nur nützen. Ihre Arbeit wird von einer kritischen Öffentlichkeit begleitet. Erzählen Sie das ihrem neuen Chief Executive, Herr Lohrie.</p>
<p>Ich schreibe jetzt das nächste Kapitel meines Buches.</p>
<p>Bleibt anständig angezogen.</p>
<p><a href="https://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,32621,00.html">https://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,32621,00.html</a></p>
<p><a href="https://www.spiegel.de/fotostrecken/o,1518,,00.html"><br />
</a></p>
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		<title>Tchibo V: Erzürnt</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jun 2008 07:30:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tchibo]]></category>

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		<description><![CDATA[Tchibo is not amused. Mein Fokus Kinderarbeit und der Ton im Blog seien unfair, entscheidendere Missstände seien zu niedrige Löhne, die nicht zum Leben reichen oder die fehlende Gewerkschaftsfreiheit der Leute, die in Textilfabriken arbeiten. Ja, richtig. Soll ich jetzt die Reihe &#8222;Auch schlimm&#8220; anfangen? Nächster Teil: &#8222;Noch schlimmer!&#8220;. Natürlich sind die Vorwürfe auf den [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Tchibo is not amused. Mein Fokus Kinderarbeit und der Ton im Blog seien unfair, entscheidendere Missstände seien zu niedrige Löhne, die nicht zum Leben reichen oder die fehlende Gewerkschaftsfreiheit der Leute, die in Textilfabriken arbeiten.  Ja, richtig. Soll ich jetzt die Reihe &#8222;Auch schlimm&#8220; anfangen? Nächster Teil: &#8222;Noch schlimmer!&#8220;.</p>
<p>Natürlich sind die Vorwürfe auf den T-Shirts drastisch, aber: Tchibo, wollt ihr mir erst etwas verkaufen und mich hinterher dafür auch noch verklagen?</p>
<p>Tatsächlich hat Tchibo immense Fortschritte gemacht, seit sie Ende 2005 ins Visier der Kampagne für Saubere Kleidung gerieten. Das ist grundsätzlich ein Gewinn. Trotzdem möchte Herr Lohrie nicht, dass ich  wie eine Polizistin unangemeldet in irgendeiner chinesischen Fabrik auftauche und Ärger mache. Deshalb könne er mir oder der breiten Öffentlichkeit keine Namen von Lieferanten nennen. Herr Lohrie bietet aber eine Journalisten-Reise an, die nicht &#8222;gelackt&#8220; sei, sondern eine &#8222;kritische Nabelschau&#8220;. Das ist gut.</p>
<p>Außerdem &#8211; so argumentiert Tchibo &#8211; unterliegen sie schon lange einer Fremdkontrolle und lassen prüfen, ob es Fortschritte in der Praxis gibt. Das ist auch gut. Und natürlich komme ich gerne mit nach Pakistan, Bangladesch oder China.</p>
<p>Trotz des launigen Tons im Gespräch mit Tchibo, habe ich mich über die Forderung geärgert, ich möge die Fotos aus dem Internet nehmen. Und zusichern, die T-Shirts weder zu vervielfältigen, noch zu tragen.</p>
<p>Das ist nicht tragbar. Natürlich werde ich die Shirts anziehen, zumal mich interessiert, ob irgend einen Kunden die Geschichte hinter dem Kleidungsstück interessiert. Und dann hoffe ich auf einen kameradschaftlichen &#8211; fairen &#8211; Ton zwischen Aktionistin und Handelskonzern.</p>
<p>UND: Willkommen in der Blogosphäre, Tchibo. Hier genießt man anfangs Welpen-Schutz. Man kann also mal probeweise einen Kommentar abschicken, Herr Lohrie.</p>
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		<title>Tchibo IV: Kreml-Syndrom</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jun 2008 10:20:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tchibo]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Textilindustrie ist es wie bei der Mafia. Es gilt Omertà &#8211; ein Schweigegebot. Wem das zu rabiat ist: Zumindest ist man so verschwiegen wie der Kreml. Tchibo redet jedenfalls nicht mehr mit mir &#8211; und ist ein großer Textilhändler. Tchibofreie Zone ist ja eigentlich nur noch die Antarktis. Deswegen finde ich es legitim, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="file:///C:/Dokumente%20und%20Einstellungen/J%C3%BCrgen/Eigene%20Dateien/Eigene%20Bilder/Adobe/Fotos%20von%20Digitalkamera/2008-06-15-1113-36/100_2140.JPG" alt="" />In der Textilindustrie ist es wie bei der Mafia. Es gilt Omertà &#8211; ein Schweigegebot. Wem das zu rabiat ist: Zumindest ist man so verschwiegen wie der Kreml.</p>
<p>Tchibo redet jedenfalls nicht mehr mit mir &#8211; und ist ein großer Textilhändler. Tchibofreie Zone ist ja eigentlich nur noch die Antarktis. Deswegen finde ich es legitim, Tchibo zu fragen, wie sauber und sozialverträglich produziert wird &#8211; und wo. Letztendlich geht es um Transparenz und damit um Sicherheit für die Kunden. Die möchten nämlich wissen, was sie billigend in Kauf nehmen, wenn sie &#8222;Jede Woche eine neue Welt&#8220; im Schaufenster sehen.</p>
<p>Warum soll es also nicht möglich sein, mir exakt Auskunft zu geben über die Produktionsstätten, wo die Tchibo-Shirts herkommen. Wenn eine Liste aller Produktionsstätten mit Adressen im Internet wäre, wäre mir schon wohler. Denn das machte die Fabriken durchsichtig und ist geradezu ein Garant dafür, dass dort gerecht bezahlt und umweltverträglich produziert wird. Jederzeit wäre eine Stichprobe möglich.</p>
<p>Natürlich finde ich das Schweigen des Imperiums nicht akzeptabel &#8211; wäre ich katholisch, würde ich wahrscheinlich sagen: Soll der Zorn des Herrn sie treffen. Bin ich aber nicht.</p>
<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2140.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-50" style="float: left;" title="100_2140" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2140-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Wie man an den Blog-Kommentaren zu der Tchibo-Aktion sehen kann, bin ich schon ermahnt worden, ich möge jetzt endlich mein Sit In vor der Tchibo-Zentrale in Hamburg veranstalten. Ich habe eine bessere Idee. Wartet bitte noch bis Mitte der Woche ab oder wie es in Zeiten der Fußball- Europameisterschaft heißt: Das Spiel hat 90 Minuten.</p>
<p>NACHTRAG MONTAG MORGEN 9 UHR:</p>
<p>Der Chef der Tchibo-Unternehmensverantwortung hat auf mein Band gesprochen. Er bittet um Rückruf. Fairerweise ergänze ich also: Tchibo schweigt nicht mehr. Textilmafia ziehe ich zurück.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Tchibo III: Drama!</title>
		<link>https://www.kirstenbrodde.de/?p=46</link>
		<comments>https://www.kirstenbrodde.de/?p=46#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Jun 2008 19:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tchibo]]></category>

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		<description><![CDATA[Erst dachte ich schon, ich müsste auf Herausgabe klagen, weil die Skandal-Shirts zwar bezahlt, aber immer noch nicht im Briefkasten waren, aber jetzt zieren sie schon meinen Kleiderschrank. Tchibo hätte sie übrigens gerne zurück. Achim Lohrie, der Chef der Unternehmensverantwortung bei Tchibo, ist ein humorvoller Mensch. Tchibo zu einem Konzern zu machen, der sauber und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2136.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-48" style="float: left;" title="100_2136" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2136-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p>Erst dachte ich schon, ich müsste auf Herausgabe klagen, weil die Skandal-Shirts zwar bezahlt, aber immer noch nicht im Briefkasten waren, aber jetzt zieren sie schon meinen Kleiderschrank. Tchibo hätte sie übrigens gerne zurück.</p>
<p>Achim Lohrie, der Chef der Unternehmensverantwortung bei Tchibo, ist ein humorvoller Mensch. Tchibo zu einem Konzern zu machen, der sauber und sozialverträglich produziert, scheint sein Lebenswerk zu sein.</p>
<p>Aber die schiefgegangene Zusammenarbeit von Spreadshirt und Tchibo, die mir die T-Shirts beschert hat, führt auch zu einer Art Familienkrach und Achim Lohrie ist jetzt der Senior, der schimpft, die Kinder könnten es halt nicht.</p>
<p>Denn natürlich haben Lohrie und Team bei Spreadshirt darauf gedrungen, dass mit Lieferanten gearbeitet wird, die nicht nur schriftlich zusichern, dass sie nicht Frauen und Kinder für Hungerlöhne schuften lassen, sondern die sich auch kontrollieren lassen. Deshalb hat Lohrie auch zunächst eine &#8222;gelbe Laterne&#8220; gesetzt, als es darum ging, über die Kooperation mit den Youngstern aus Leipzig zu entscheiden. Das muss man sich wie an der Ampel vorstellen. Wenn Lohries Team grün ruft, geht der Konzern Tchibo über die Straße, bei Rot bleiben alle stehen.</p>
<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2134.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-47" style="float: right;" title="100_2134" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2134-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Im Endeffekt sind die Tchibo-Shirts in Pakistan, Bangladesch und der Türkei genäht worden, und zwar in Produktionsstätten, die Lohrie für clean hält. Dass er sich vorsichtig äußert, ehrt ihn, denn immer wieder bringen akribische Recherchen etwa der Kampagne für Saubere Kleidung Skandale ans Licht und wir blicken erneut in traurige Gesichter von ausgebeuteten Frauen und Kindern, die unsere Kleidung nähen.</p>
<p>Weil Tchibo sich anstrengt, ärgert sich das Imperium jetzt besonders, dass Spreadshirt ohne Zucken diese Anklagen auf meine Shirts gedruckt hat. &#8222;Wir wollen nicht ganze Stadtteile damit versorgt sehen&#8220;, sagt Achim Lohrie und schimpft jetzt mit Spreadshirt. Außerdem hätte Herr Lohrie gerne die Shirts in die Konzernzentrale am Überseering in Hamburg. Er erstattet meine Auslagen und gibt mir noch ein Pfund fair gehandelten Tchibo-Kaffee oben drauf (gibt es den überhaupt?).</p>
<p>Alle Achtung, habe ich gedacht. Der ist nicht von schlechten Eltern. Aber wie ihr wisst, liebe Leserinnen und Leser des Blogs, ich bin im Vollbesitz aller meiner Zweifel und möchte lieber mal gucken, ob in den Produktionsstätten von Tchibo wirklich alles in Ordnung ist &#8211; unangemeldet natürlich. Company tour &#8211; anywhere, anytime &#8211; das wäre was.</p>
<p>Dafür tausche ich die Shirts, Herr Lohrie.</p>
<p>Bleibt alle anständig angezogen. Bis bald.</p>
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		<title>Tchibo II: Unzensiert</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jun 2008 15:51:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tchibo]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich konnte mir schlicht nicht vorstellen, dass Tchibo sich selbst an den Pranger stellen würde und die menschenunwürdige Plackerei, die in der globalen Textilproduktion gang und gäbe ist, tatsächlich eingestehen und für mich auf ein Tchibo-Shirt drucken würde. Aber am Mittwoch um 13 Uhr war es soweit. Ich loggte mich in das Bestellsystem ein und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2130.jpg"><img class="alignleft alignnone size-medium wp-image-44" style="float: left;" title="100_2130" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2130-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Ich konnte mir schlicht nicht vorstellen, dass Tchibo sich selbst an den Pranger stellen würde und die  menschenunwürdige Plackerei, die in der globalen Textilproduktion gang und gäbe ist, tatsächlich eingestehen und für mich auf ein Tchibo-Shirt drucken würde.</p>
<p>Aber am Mittwoch um 13 Uhr war es soweit. Ich loggte mich in das Bestellsystem ein und erfuhr: &#8222;Die bestellten Artikel werden zur Zeit bedruckt&#8220; sowie am Tag darauf: &#8222;Wir haben ihr Angebot gemäß §3 (2) unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen angenommen und die Ware wurde heute per Post oder DHL verschickt.&#8220; Ist dieses Imperium tatsächlich so liberal oder hat einfach keiner was gemerkt? Ist die Fertigung schon komplett computergeneriert?</p>
<p>Falls ihr euch erinnert: Ich hatte bei Tchibo zwei kurze Hemden mit zwei kurzen Botschaften bedrucken lassen &#8211; sozusagen mit einem Nano-Bekenntnis. Auf dem einen stand: &#8222;Dieses T-Shirt hat ein Kind genäht&#8220;, auf dem anderen: &#8222;Gefertigt für Hungerlöhne&#8220;. Tatsächlich liegt ein gewisser Reiz in solcher Reduktion finde ich. Bei Greenpeace gilt: Keine Banner mit Fußnoten bitte, soll heißen: die Botschaft gewinnt an Größe, wenn sie auf ein Minimum reduziert wird.</p>
<p>Während ich wartete, trudelte bereits ein Kommentar eines Spreadshirt-Mitarbeiters ein, der auch gerne wissen wollte, wie seine als sauber gepriesene Firma produziert. Hey, fragt ihr denn nicht?</p>
<p>Was Spreadshirt damit zu tun hat? Um die Shirts zu gestalten und zu verkaufen, kooperiert Tchibo mit dem Leipziger T-Shirt-Drucker Spreadshirt, einem in kurzer Zeit rasant gewachsenen Internet-Anbieter für Shirts mit eigenen Sprüchen (<a href="https://www.spreadshirt.de">www.spreadshirt.de).</a></p>
<p>Was treibt die beiden Unternehmen, gemeinsam ins Bett zu steigen? Spreadshirt treibt das ökonomische Kalkül, denn Tchibo garantiert hohe Abnahmezahlen. Tchibo wiederum treiben Prestigegründe, denn das  Leipziger Unternehmen gilt als kreativ. Gegen diesen jungen Hüpfer ist Tchibo altbacken.  Das ist legitim.</p>
<p>Aber wie cool ist diese Kooperation wirklich? Wie moralisch anständig produzieren sie ihre Billigware? Und wieso interessiert es Spreadshirt nicht, dass ich behaupte, ihr Geschäftspartner Tchibo sei ein Ausbeuterbetrieb? Ist das alles computergeneriert und kein Mensch guckt auf die Bestellungen? Und was sagt Tchibo dazu?</p>
<p>Anruf bei Eike Sievert, Pressesprecherin von Spreadshirt in Leipzig. Ich entschuldige mich nachträglich, Frau Sievert. Am Ende des Gespräches brüllt sie, das sei &#8222;ein Überfall&#8220;. Ja, das war es.</p>
<p>Und jetzt <strong>ungeschnitten, unzensiert und live&#8230;..</strong></p>
<p>Woher kommen die Shirts von Spreadshirt, Frau Sievert? Von vielen hundert Zulieferern aus aller Welt, erklärt sie. Was wisse man über deren Produktionsbedingungen? Man ließe sich schriftlich zusichern, dass es keine Kinderarbeit gäbe. Glaube man das einfach? Wir können doch keine Leute nach Asien schicken, um Kontrollen zu machen, sagt Frau Sievert und ich werde das erste Mal sauer. Interessieren Spreadshirt die knochenharten Bedingungen in den Textilfabriken wirklich so wenig? Ob Tchibo nicht gefragt habe, wie und wo sie fertigen lassen. Nein, sagt sie, will aber noch mal nachfragen. Ob Spreadshirt umgekehrt gefragt habe, was für ein Image Tchibo in Sachen Umwelt- und Arbeitsschutz habe? Natürlich akzeptieren wir nicht jedes Angebot, sagt Frau Sievert. Eine Offerte allerdings jemals abgelehnt zu haben, kann sie sich auch nicht erinnern. Sei Tchibo schlecht?</p>
<p><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2132.jpg"><img class="alignright alignnone size-medium wp-image-45" style="float: right;" title="100_2132" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2132-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Offenbar, entgegne ich. Denn Spreasdshirt hätte anstandslos meine Anklagen auf die Shirts gedruckt. Ob Spreadshirt dem zustimmte? Wir sind doch keine Stil-Polizei, solange ich keine rassistischen oder neonazistischen Botschaften drucken lassen wolle, seien Spreadshirt meine Vorwürfe egal. Mit dem betriebseigenen Programm scanne man die Bestellungen nur auf bestimmte Wortmarken, die geschützt seien. Wenn ich also ein Copyright verletze und &#8222;Cowgirl&#8220; auf mein Shirt drucke, verweigert Spreadshirt das, aber den Geschäftspartner beleidigen, stört niemanden. Zumal Spreadshirt vermutlich unter erbärmlicheren Bedingungen produzieren lässt als Tchibo&#8230;.</p>
<p>Beschweren sich die Firmen nicht? Ja, schon, sagt Frau Sievert. Aber es kämen ja nicht so viele auf so eine Idee wie ich. Sie empfehle denn Firmen dann immer, die Attacken &#8222;mit einem Augenzwinkern&#8220; zu nehmen.</p>
<p>Das bleibt abzuwarten.</p>
<p>Anruf bei Andreas Engelmann, Konzernsprecher von Tchibo in Hamburg.</p>
<p>Wissen Sie, wie Spreadshirt produziert? Wieso? Sind die schlecht? Er rudert zurück. Wir sind auch nur eine Werbefläche für Spreadshirt, es gibt keine direkte Kooperation, nur eine temporäre Allianz. Dass der Tchibo-Kundin das im Tchibo-Shop nicht klar ist, weiß der Sprecher allerdings auch. Andreas Engelmann verspricht, sich in der CSR-Abteilung (&#8222;Corporate Social Responsibility&#8220;) zu erkundigen und avisiert mir einen Anruf von Achim Lohrie, dem Mr. Sozialrechte bei Tchibo.</p>
<p>Störe es sie nicht, dass Spreadshirt nach Prüfung entschieden habe, mein Tchibo-Bashing zu drucken? Nein, sagt Andreas Engelmann gelassen. Wir zensieren nicht. Der Sprecher ist hörbar amüsiert. Dass Jonah Peretti vor einigen Jahren noch mehr Schwierigkeiten mit Nike hatte, macht ihm Spaß.</p>
<p>Der Tchibo-Mann schlägt flott einen zweiten Copytest vor. Ich solle doch jetzt mal ein Shirt bestellen, wo drauf stünde: &#8222;Spreadshirt ist ein Ausbeuterbetrieb&#8220;. Mal sehen, was passiere.</p>
<p>Von wegen, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.</p>
<p>Fassungslos blicke ich auf zwei Unternehmen, die sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben und eigentlich beide nichts wissen wollen.</p>
<p>Freue mich auf meine Shirts. Die verspäten sich, sagt Spreadshirt. Weswegen? Na, wegen der Rasenduelle natürlich. Alle Welt hat Fußballtrikots bestellt.</p>
<p>Und passend dazu rufe ich: Die Sache wird ein <strong>Nachspiel</strong> haben.</p>
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		<title>Tchibo druckt mein Shirt</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jun 2008 16:32:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Tchibo]]></category>

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		<description><![CDATA[Erinnert sich noch jemand an Jonah Peretti? Im Februar 2001 bestellte der amerikanische Student beim Sportartikelhersteller Nike Laufschuhe, auf denen unterhalb des Markenzeichens (des „swoosh“) das Wort „sweatshop“ – zu deutsch: Ausbeuterbetrieb gestickt sein sollte. Damit wollte er darauf aufmerksam machen, dass die Schuhe von Kindern hergestellt wurden. Nike weigerte sich, die Bestellung auszuführen. Peretti [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2083.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-42" style="vertical-align: text-bottom;" title="100_2083" src="https://www.kirstenbrodde.de/wp-content/uploads/2008/06/100_2083-300x225.jpg" alt="" width="434" height="324" /></a></p>
<p class="MsoNormal">Erinnert sich noch jemand an Jonah Peretti? Im Februar 2001 bestellte der amerikanische Student beim Sportartikelhersteller Nike Laufschuhe, auf denen unterhalb des Markenzeichens (des „swoosh“) das Wort „sweatshop“ – zu deutsch: Ausbeuterbetrieb gestickt sein sollte. Damit wollte er darauf aufmerksam machen, dass die Schuhe von Kindern hergestellt wurden. Nike weigerte sich, die Bestellung auszuführen. Peretti veröffentlichte daraufhin seinen Briefwechsel mit dem Konzern und in kürzester Zeit verbreitete sich die Story weltweit über das Internet.</p>
<p class="MsoNormal">Sieben Jahre später, im Mai 2008 bekomme ich eine Mail von Tchibo, die mir anbieten, ein individuelles Shirt zu gestalten. Meine Kollegin Tanja Busse (Autorin der „Einkaufsrevolution“) erinnert mich an Perettis Netzaktivismus von damals und ich beschließe, auf Perettis Spuren zu wandeln.</p>
<p class="MsoNormal">An den knochenharten Bedingungen hinter den Kulissen der globalisierten Textilproduktion hat sich bislang nichts geändert und Tchibo ist inzwischen einer der größten Textilhändler hierzulande. Die Kampagne für saubere Kleidung hatte den einstigen Kaffee-Konzern schon mehrfach wegen seiner Billigproduktion im Visier – bislang ohne Erfolg.</p>
<p class="MsoNormal">Tchibo schlägt für Herren „Fußballgott“, für Damen „Sweet“ und für Hunde &#8222;I love cats&#8220; als Aufdruck für das Shirt vor. Ich entscheide mich für zwei nettere Slogans und lasse mir für je 14,90 Euro zwei Shirts damit bedrucken. Auf dem roten Shirt soll in weißer Schrift: <strong>„TCHIBO SHIRTS: GEFERTIGT FÜR HUNGERLÖHNE “</strong> prangen, auf dem schwarzen Modell: <strong>„DIESES T-SHIRT HAT EIN KIND FÜR TCHIBO</strong> <strong>GENÄHT“</strong>. Beides kann ich nicht beweisen, es ist pure Spekulation – nur gedeckt von den Berichten der Kampagne für Saubere Kleidung. Sicher aber Anlass für eine Debatte über die armseligen Geschäftspraktiken der Textilfirmen.</p>
<p class="MsoNormal">Prompt simuliert mir das Bestellprogramm auf dem Computerbildschirm, wie die Shirts aussehen werden, stellt mir 33,70 Euro in Rechnung und verspricht eine Lieferung in vier Werktagen. Ich kann das Service-Team anrufen, wenn etwas schiefläuft, worauf ich mich bereits freue. Tchibo verspricht überdies „faire Rückgaberegeln“, sollte mir etwas missfallen, was mir angesichts der unfairen Bedingungen, unter denen der Konzern in hunderten Fabriken weltweit schneidern lässt, wie pure Ironie erscheint.</p>
<p class="MsoNormal">In den Geschäftsbedingungen weist Tchibo, die mit dem Leipziger Unternehmen Spreadshirt kooperieren, darauf hin, dass man den gewünschten Slogan auf seine <strong>„rechtliche und tatsächliche Durchführbarkeit, insbesondere auf einen Verstoß gegen Schutzrechte Dritter“</strong> prüfen wird.</p>
<p class="MsoNormal">Ich entschuldige mich schon jetzt bei dem Sachbearbeiter, der nun entscheiden muss, was er tut.</p>
<p class="MsoNormal">Und versprochen: es gibt auf jeden Fall ein Open Posting der Antwort. Vielleicht schickt der ein oder andere auch eine Bestellung raus? Schön wäre vielleicht: &#8222;Tchibo-Shirts: gezogen durch Bäder von Chemikalien&#8220;. Oder &#8222;Tchibo-Shirts: Reizwäsche für Umwelt und Gesundheit&#8220;.</p>
<p class="MsoNormal">Und sollte Tchibo tatsächlich anstandslos liefern, garantiere ich ein Sit in mit Shirt vor der Konzernzentrale von Tchibo in Hamburg, bis ich weggetragen werde.</p>
<p class="MsoNormal">„Dieses Shirt hat Tchibo für mich produziert“ – wird auf dem Banner stehen. Plus der Behauptung, die die Firma nicht zu beanstanden fand.</p>
<p class="MsoNormal"><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-admin/www.tchibolde"> </a><a href="https://www.kirstenbrodde.de/wp-admin/www.tchibolde">www.tchibo.de</a> unter Tchibo plus</p>
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