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	<title>Kommentare zu: Das A bis Z der Ökomode: G</title>
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		<title>Von: Alexandra</title>
		<link>https://www.kirstenbrodde.de/?p=382#comment-1232</link>
		<dc:creator><![CDATA[Alexandra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 09:11:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kirstenbrodde.de/?p=382#comment-1232</guid>
		<description><![CDATA[Liebe Kirsten, liebe Dagmar,

richtig - Gentechnik ist in der Landwirtschaft nie eine langfristig tragfähige Lösung, und für arme Kleinbauern in Entwicklungsländern erst recht nicht, ob es um Mais, Soja oder Baumwolle geht, ist da eher nachrangig.
Und ja, wenn wir Bio-Baumwolle kaufen, können wir erstmal davon ausgehen dass da keine Gentechnik drin ist. Man könnte zwar an dieser Stelle eine längliche Diskussion um unbeabsichtige Kontamination, vor allem in der Entkörnungsanlage, etc. lostreten, darum geht es allerdings nicht.
Was mir viel wichtiger ist: Die Ratschläge allein auf den Kauf von Bio-Baumwolle zu beschränken, halte ich für zu kruz gegriffen. Der zwar wachsende, aber doch immer noch herzlich kleine Markt wird uns die Gentechnik im Baumwollanbau nicht vom Hals halten.
Schon die Zahlen sprechen dagegen: Bio-Baumwolle bedeckt noch nicht mal 1% der Anbaufläche weltweit, die Gentech-Baumwolle bringt es auf mehr als die Hälfte! Auch in Burkina Faso, wo hess natur biologisch erzeugte und fair gehandelte Baumwolle einkauft, sieht es schlecht aus. 5.000 Bauern machen mit beim Bio-Anbau, viele mehr stehen auf den Wartelisten. Sie können aber so schnell nicht integriert werden in das Projekt - zum einen müssen intensive Schulungen durchgeführt werden, zum anderen ist die weltweite Produktion schnell gewachsen, die Nachfrage hinkt dem Angebot hinterher. Gleichzeitig leben in Burkina Faso aber 700.000 Bauern vom Baumwollanbau. Und die Politik, gemeinsam mit den Großen der völlig daneben gegangenen Privatisierung der Baumwollvermarktungsorganisationen, puscht den Gentech-Anbau. Sie wollen bis 2012 mindestens 10% ihrer Baumwollfläche mit Gentech-Baumwolle bestellen. Die positiven Effekte von Bio &amp; Fair werden gerne mitgenommen, aber auch ein Stück weit belächelt. Zu recht, wenn es nicht gelingt, diese Alternative auf breite und solide Beine zu stellen?
Ich will hier keinen entmutigen, aber ich denke, es braucht mehr als den Kaufapell für die nächsten Teile meiner/unserer privaten Sommerkollektion!
Die Gentechnik im Lebensmittelbereich haben wir auch nicht alleine durch das Essen von Bio-Lebensmitteln gestoppt. Hier war vor allem der gesellschaftlich breit getragene Widerstand ausschlaggebend. 
Wir müssen auch bei der Baumwolle auf politischer Ebene deutlich machen,dass wir sie nicht gut heißen.
Wo sind die Unterschriftenlisten an die Regierungen in Burkina Faso, Indien (ein wichtiger Bio-Baumwoll-Lieferant, mit gleichzeitig 82% Gen-Baumwolle!) etc.? Wo die Unterstützung für die Moratorien in Benin und anderen West-Afrikanischen Ländern?!
Die Frage ist doch letztendlich - können wir mehr als uns gut fühlen durch den Kauf von Bio-Baumwoll-Klamotten? Ist die Szene zu Aktion und Politikveränderung fähig? Auch wir beim Pestizid Aktions-Netzwerk müssen uns diese Frage stellen. 
Wenn wir - die gesamte bunte Szene, von NGO über Jungdesigner, Großunternehmen und die Blogger/Internetcommunty - nicht politisch(er) werden, wird die Bio-Baumwolle wahrscheinlich irgendwann derart marginalisiert in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, weil die Monsantos, Bayers, Syngentas &amp; Co. den längeren Atem und einfach mehr Geld haben.

Viele Grüße

Alexandra]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Kirsten, liebe Dagmar,</p>
<p>richtig &#8211; Gentechnik ist in der Landwirtschaft nie eine langfristig tragfähige Lösung, und für arme Kleinbauern in Entwicklungsländern erst recht nicht, ob es um Mais, Soja oder Baumwolle geht, ist da eher nachrangig.<br />
Und ja, wenn wir Bio-Baumwolle kaufen, können wir erstmal davon ausgehen dass da keine Gentechnik drin ist. Man könnte zwar an dieser Stelle eine längliche Diskussion um unbeabsichtige Kontamination, vor allem in der Entkörnungsanlage, etc. lostreten, darum geht es allerdings nicht.<br />
Was mir viel wichtiger ist: Die Ratschläge allein auf den Kauf von Bio-Baumwolle zu beschränken, halte ich für zu kruz gegriffen. Der zwar wachsende, aber doch immer noch herzlich kleine Markt wird uns die Gentechnik im Baumwollanbau nicht vom Hals halten.<br />
Schon die Zahlen sprechen dagegen: Bio-Baumwolle bedeckt noch nicht mal 1% der Anbaufläche weltweit, die Gentech-Baumwolle bringt es auf mehr als die Hälfte! Auch in Burkina Faso, wo hess natur biologisch erzeugte und fair gehandelte Baumwolle einkauft, sieht es schlecht aus. 5.000 Bauern machen mit beim Bio-Anbau, viele mehr stehen auf den Wartelisten. Sie können aber so schnell nicht integriert werden in das Projekt &#8211; zum einen müssen intensive Schulungen durchgeführt werden, zum anderen ist die weltweite Produktion schnell gewachsen, die Nachfrage hinkt dem Angebot hinterher. Gleichzeitig leben in Burkina Faso aber 700.000 Bauern vom Baumwollanbau. Und die Politik, gemeinsam mit den Großen der völlig daneben gegangenen Privatisierung der Baumwollvermarktungsorganisationen, puscht den Gentech-Anbau. Sie wollen bis 2012 mindestens 10% ihrer Baumwollfläche mit Gentech-Baumwolle bestellen. Die positiven Effekte von Bio &amp; Fair werden gerne mitgenommen, aber auch ein Stück weit belächelt. Zu recht, wenn es nicht gelingt, diese Alternative auf breite und solide Beine zu stellen?<br />
Ich will hier keinen entmutigen, aber ich denke, es braucht mehr als den Kaufapell für die nächsten Teile meiner/unserer privaten Sommerkollektion!<br />
Die Gentechnik im Lebensmittelbereich haben wir auch nicht alleine durch das Essen von Bio-Lebensmitteln gestoppt. Hier war vor allem der gesellschaftlich breit getragene Widerstand ausschlaggebend.<br />
Wir müssen auch bei der Baumwolle auf politischer Ebene deutlich machen,dass wir sie nicht gut heißen.<br />
Wo sind die Unterschriftenlisten an die Regierungen in Burkina Faso, Indien (ein wichtiger Bio-Baumwoll-Lieferant, mit gleichzeitig 82% Gen-Baumwolle!) etc.? Wo die Unterstützung für die Moratorien in Benin und anderen West-Afrikanischen Ländern?!<br />
Die Frage ist doch letztendlich &#8211; können wir mehr als uns gut fühlen durch den Kauf von Bio-Baumwoll-Klamotten? Ist die Szene zu Aktion und Politikveränderung fähig? Auch wir beim Pestizid Aktions-Netzwerk müssen uns diese Frage stellen.<br />
Wenn wir &#8211; die gesamte bunte Szene, von NGO über Jungdesigner, Großunternehmen und die Blogger/Internetcommunty &#8211; nicht politisch(er) werden, wird die Bio-Baumwolle wahrscheinlich irgendwann derart marginalisiert in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, weil die Monsantos, Bayers, Syngentas &amp; Co. den längeren Atem und einfach mehr Geld haben.</p>
<p>Viele Grüße</p>
<p>Alexandra</p>
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	<item>
		<title>Von: Dagmar Reichardt</title>
		<link>https://www.kirstenbrodde.de/?p=382#comment-1231</link>
		<dc:creator><![CDATA[Dagmar Reichardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 07:02:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kirstenbrodde.de/?p=382#comment-1231</guid>
		<description><![CDATA[Hallo Kirsten,

danke Dir für die Aufklärung, denn die tut im textilen Bereich tatsächlich not. Die Verarbeitung von Soja, Mais oder auch Bambus klingt ja zunächst mal spannend und ökologisch, weil natürlicher Rohstoff. Die Gewinnung eines Spinnfadens ist aber sooo chemisch, dass die Umwelt durch das Verfahren extreme Belastung erfährt. Also keine Verbesserung gegenüber einer Kunstfaserverarbeitung. Zudem verliert die Faser dann auch ihre natürlichen Eigenschaften und kann früher oder später für gesundheitliche Probleme sorgen.  Bambus kann zum Beispiel auch wie Leinen mechanisch, also manuell ohne Chemikalien zu einer spinnbaren Faser aus der Pflanze herausgelöst werden.  Im Normalfall findet man aber eine viskoseartige Verarbeitung, die eben die chemische Auflösung der Cellulose zu einer Art Brei bedeutet, der dann ausgesponnen wird. Eben wie Viskose oder Polyester.

Ich hatte gestern in unserem Blogg bei hessnatur auch einen Beitrag zum gleichen Thema geschrieben (Du wirst ernten, was Du säst). Ich freue mich, dass wir beide hier zum gleichen Schluss kommen, dass beim Kauf von Bio-Baumwolle die Gefahr von genmanipulierter Baumwolle noch nicht besteht. Wir haben ja in Burkina Faso ein ehrgeiziges Projekt mit dem Anbau von Bio-Baumwolle gestartet. Eines der ärmsten Länder und eines, in dem Gen-Baumwolle von Monsanto auf dem Vormarsch ist. Über unseren Konsum müssen wir alle Druck ausüben, damit diese genmanipulierte Aussaat nicht weiter um sich greift, sonst geht es uns mit der Baumwolle irgendwann so, wie wir es heute schon mit Soja haben: es gibt praktisch kein &quot;Ur&quot;-Soja mehr auf dem Markt. 

Übrigens, in meinem Beitrag habe ich einen Link zur Schrot &amp; Korn gesetzt, darin wird dieser Schädlingsbefall der Bt-Baumwolle in China beschrieben. Man könnte nur beim Lesen schon verrückt werden!
Also: Aufklärung wo immer, wann immer. Nur wissend sind wir in der Lage, eine (Kauf-)Entscheidung dagegen zu fällen!

Viele Grüße
Dagmar]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Kirsten,</p>
<p>danke Dir für die Aufklärung, denn die tut im textilen Bereich tatsächlich not. Die Verarbeitung von Soja, Mais oder auch Bambus klingt ja zunächst mal spannend und ökologisch, weil natürlicher Rohstoff. Die Gewinnung eines Spinnfadens ist aber sooo chemisch, dass die Umwelt durch das Verfahren extreme Belastung erfährt. Also keine Verbesserung gegenüber einer Kunstfaserverarbeitung. Zudem verliert die Faser dann auch ihre natürlichen Eigenschaften und kann früher oder später für gesundheitliche Probleme sorgen.  Bambus kann zum Beispiel auch wie Leinen mechanisch, also manuell ohne Chemikalien zu einer spinnbaren Faser aus der Pflanze herausgelöst werden.  Im Normalfall findet man aber eine viskoseartige Verarbeitung, die eben die chemische Auflösung der Cellulose zu einer Art Brei bedeutet, der dann ausgesponnen wird. Eben wie Viskose oder Polyester.</p>
<p>Ich hatte gestern in unserem Blogg bei hessnatur auch einen Beitrag zum gleichen Thema geschrieben (Du wirst ernten, was Du säst). Ich freue mich, dass wir beide hier zum gleichen Schluss kommen, dass beim Kauf von Bio-Baumwolle die Gefahr von genmanipulierter Baumwolle noch nicht besteht. Wir haben ja in Burkina Faso ein ehrgeiziges Projekt mit dem Anbau von Bio-Baumwolle gestartet. Eines der ärmsten Länder und eines, in dem Gen-Baumwolle von Monsanto auf dem Vormarsch ist. Über unseren Konsum müssen wir alle Druck ausüben, damit diese genmanipulierte Aussaat nicht weiter um sich greift, sonst geht es uns mit der Baumwolle irgendwann so, wie wir es heute schon mit Soja haben: es gibt praktisch kein &#8222;Ur&#8220;-Soja mehr auf dem Markt. </p>
<p>Übrigens, in meinem Beitrag habe ich einen Link zur Schrot &amp; Korn gesetzt, darin wird dieser Schädlingsbefall der Bt-Baumwolle in China beschrieben. Man könnte nur beim Lesen schon verrückt werden!<br />
Also: Aufklärung wo immer, wann immer. Nur wissend sind wir in der Lage, eine (Kauf-)Entscheidung dagegen zu fällen!</p>
<p>Viele Grüße<br />
Dagmar</p>
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