© Goldman Environmental Prize

Ma Jun war Journalist, als er in den 1990ern das Ausmaß katastrophaler industrieller Umweltverschmutzung in China zu dokumentieren begann. Doch er erkannte schnell, dass es weder möglich noch ausreichend war, die unzähligen Fälle giftiger Abgase und Abwässer durch klassische Dokumentation bekannt zu machen. Nach Veröffentlichung der vielbeachteten umfassenden Studie “China’s Water Crisis” gründete er 2006 das unabhängige Institute of Public and Environmental Affairs (IPE). In zwei Datenbanken stellt das Institut Informationen zu über 90.000 Fällen schwerer Luft- und Wasserverschmutzung durch lokale, aber vor allem auch durch Multinationale Konzerne bereit. Zudem entwickelte Jun das Green Choice Supply Chain Programm, in dem die Informationen für Konsumenten aufbereitet sind und somit in Kaufentscheidungen einbezogen werden können.

Die Zuordnung von Zulieferern und den auftraggebenden Globalen Konzernen war eine der größten Herausforderungen für IPE. Oft werden Geheimhaltungsvereinbarungen abgeschlossen und nicht wenige Konzerne haben selbst keinen richtigen Überblick über die Sublieferanten ihrer Zulieferer.

Für seine Arbeit wurde Ma Jun jüngst mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet. Anders als andere Umweltaktivisten in China ist Ma Jun bisher nicht ins Visier der chinesischen Regierung geraten. Ma Jun sieht sich auch gar nicht als Gegner der Konzerne, deren Umweltvergehen er veröffentlicht. Vielmehr will er sie mit seinen Datenbanken dabei unterstützen ihre Lieferketten besser zu managen. Dass die Öffentlichkeit der Daten auch Druck erzeugt, ist Ma Jun natürlich bewusst und zweifellos die Basis seiner Erfolge.

Und die können sich wirklich sehen. In den letzten Jahren hatte Ma Jun vorrangig die Elektroindustrie im Visier. Allen voran Branchenführer Apple, der sich zunächst besonders hartnäckig weigerte seine Lieferketten offen zu legen. Daraufhin veröffentlichte IPE gemeinsam mit NGOs zwei Studien über die massiven Umweltbelastungen durch Apple-Zulieferer. Nach der zweiten Studie bat Apple dann selbst um ein Gespräch und begann Audits in 14 besonders problematischen Produktionsstätten duchzuführen. Sogar das Audit-Unternehmen ließ sich Apple von Ma Jun empfehlen. Der hätte natürlich die Begleitung des Audits durch eine unabhängige NGO bevorzugt.

Auch wenn das alles nur erste Schritte sind, hat sich Ma Jun hat gleich die nächste schmutzige Industrie vorgenommen. In den kommenden Monaten gilt der Fokus von IPE der Textilproduktion. Eine erste Studie ist bereits veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden.

via treehugger.com und www.nytimes.com

UPDATE: Die Website des Instituts ist derzeit offline. Sollten Website und Studie nicht in den nächsten Tagen wieder zugänglich sein, bei Interesse einfach einen Kommentar hinterlassen. Wir mailen die Studie dann zu.

 

 

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: News   |   Keine Kommentare

Irgendwo zwischen Hamburg und Berlin stiegen wir bei vier Grad Kälte von unseren Rennrädern und erkannten: Wir wurden jahrelang belogen. Warme Kleidung transportiert nur sehr eingeschränkt Feuchtigkeit. Für eine mittelschwere Wanderung mag das genügen. Unser Plan sah jedoch vor in zwei Tagen die 280km lange Strecke zwischen den beiden Metropolen zurückzulegen.

Hat nicht geklappt. Nassgeschwitzt und verfroren haben wir in der hereinbrechenden Dämmerung beschlossen aufzugeben. (An dieser Stelle sei angemerkt, dass das eigentliche Abenteuer war, mitten im dunklen Wendland einen Bahnhof oä zu finden. Zum Schluss wurde alles gut.) Und nein, wir waren nicht in (Bio-)Baumwolle unterwegs, sondern vorbildlich gekleidet, wie es sich gehört: Trikot/Softshell/Windbreaker bzw. Merino-Shirt/Softshell/Windbreaker. Trotz Zwiebelschicht und High-Tech Faser: Klamme, nasse Kleidung. Weiter lesen »

     
 Mathias Ahrberg   Mathias Ahrberg gründete Anfang 2006 mit Wiebke Hövelmeyer das Modelabel fairliebt., eines der ersten Labels in Deutschland mit dem Anspruch, Ästhetik und Ethik zu kombinieren. Seit mittlerweile sechs Jahren arbeitet er nun schon in, um und für die "grüne Mode", u.a. auch als Mitgründer von korrekte-klamotten.de und dem Basiclabel toodot.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: News   |   6 Kommentare

Was kann man noch anfangen mit getragenen T-shirts, die einen durch verschiedene Lebenssituationen begleitet haben, für einen selber allerdings ausgedient haben?

Genau – Man tauscht sie bei Deutschlands erstem ShirtMob! Am Freitag den 27. April wird auf dem Alexanderplatz in Berlin eine große T-Shirt-Tausch Aktion stattfinden. Initiiert von ReShirt und Beyond Berlin soll die Veranstaltung ein alternatives Recycling Event darstellen was Spaß macht und Gleichgesinnte miteinander verbindet. Anstatt sein Shirt einfach zu entsorgen, kann man beim ShirtMob einen anderen noch damit glücklich machen. Nicht nur das Shirt, sondern auch die damit verbundene einzigartige Geschichte soll weitergereicht werden.

Die Aktion soll das Konzept der Firma ReShirt promoten. ReShirt sammelt getragene T-Shirts, die eine besondere Geschichte haben und hilft dabei einen neuen Besitzer zu finden. Die Shirts werden mit einem Label und einer Seriennummer versehen und können dann ihr neues Leben beginnen. Die Erfahrungen werden online festgehalten und können von alten und neuen Besitzern nachverfolgt werden.

Der berühmte Berliner Alexanderplatz soll als Schauplatz für den ShirtMob dienen. Ahnungslose Passanten werden mitten in der Konsumhölle und im Herzen von Berlin von der Aktion überrascht. Das Ziel ReShirts ist es, eine Alternative zur Wegwerf-Mentalität in der Modeindustrie aufzuweisen und den Lebenszyklus einzelner Kleidungsstück zu verlängern. Bei der Produktion neuer Shirts werden Unmengen an Wasser verbraucht, die ReShirt einzusparen versucht.

„Neben dem nachhaltigen Aspekt, soll die ShirtMob Aktion vor allem auch Spaß machen und Leute zusammen führen, die eine ähnliche Einstellung mit sich bringen,“ so Lara Schillings, Modeabsolventin und ehemalige Praktikantin bei Beyond Berlin, die sich die ShirtMob Idee ausgedacht und zusammen mit Frans Prins ausgearbeitet hat.

Also kommt alle zum ShirtMob, bringt ein tolles T-Shirt mit und tauscht es!

Wann & Wo

Freitag, 27. April 2012

16:30 vor dem Cinestar Kino versammeln, einen Partner finden und seine individuelle Shirtgeschichte aufschreiben
16:55 in Richtung Weltzeituhr bewegen, ausstreuen
17:00 ShirtMob

Mehr information auf Facebook.

     
 Fredericke   Fredericke Winkler, Modedesignerin und Journalistin. Unterrichtet an der ESMOD in Berlin und führt "Beyond Berlin", eine Agentur, die die grüne Modeszene berät.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: News   |   Keine Kommentare

 

 

 

 

 

 

 

 

McPlanet ist Deutschlands wohl größter internationaler Bewegungskongress an der Schnittstelle von Globalisierungskritik, globaler Gerechtigkeit und Umweltbewegung. Klar, dass da auch Thema nachhaltige Kleidung nicht fehlen darf. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: News   |   Keine Kommentare

Bluewashing? – nein, es geht nicht schon wieder um Jeans. Blau ist auch die Farbe der Vereinten Nationen (UN) und die sind neben Krieg und Frieden auch im Bereich der Nachhaltigkeit aktiv. Unter anderem haben verschiedene Unterorganisationen der UN den “Global Compact” gegründet. Das ist ein Pakt zwischen der UN und Unternehmen über soziale und ökologische Mindeststandards der Unternehmensführung. Die Standards lesen sich erstmal gut. Um teilzunehmen müssen sich Unternehmen nur zu diesen Standards bekennen und jährlich einen Fortschrittsbericht verfassen.

Und das ist genau das Problem. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: News   |   Keine Kommentare

Passend zum Good Jeans Guide hier nun der versprochene Artikel über das jüngste Ethical Denim Brand aus Großbritannien. Hiut wurde von David und Clare Hieatt gegründet. Das Ehepaar hat mit howies bereits Erfahrungen im Bereich der grünen Mode gesammelt. Nun starten sie noch einmal neu und haben sich nicht weniger vorgenommen, als die Jeansproduktion zu revolutionieren. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: News   |   5 Kommentare

27 Mrz, 2012

Good Jeans Guide

Am 5. März 2012 hat die ARD einen 45-minütigen Dokumentarfilm „Der Preis der Blue Jeans“ gezeigt. Die hervorragende Dokumentation zeigt, wer die Kosten der konventionellen Jeansproduktion in China trägt. Wer diesen Film gesehen hat, will keine konventionelle Jeans mehr kaufen. Aber es geht auch anders: Netzwerk Faire Mode stellt im „Good Jeans Guide“ Jeansfirmen vor, die großen Wert auf Arbeiterrechte und auf Umweltschutz in der Jeansproduktion legen. Anbei ein kurzer Ausschnitt aus dem Film.

 

Weiter lesen »

     
 Mark Starmanns   Mark Starmanns promovierte am Wuppertal Institut für Umwelt, Klima und Energie zu CSR in globalen Bekleidungslieferketten. Derzeit arbeitet er an der Uni Zürich, berät in Sachen CSR und baut das NETZWERKFAIREMODE auf, bei dem seine Artikel hier zeitgleich erscheinen.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: A bis Z   |   5 Kommentare

Berlin Green Fashion goes India. Genauer gesagt went India. Und zwar schon Ende Januar. Auf Einladung des Goethe Instituts Pune (in Indien: Max Mueller Bhavan) folgten Phillipe Werhahn von Ting Ding/Kollateralschaden (Berlin) und Benjamin Itter (Lebenskleidung | der Autor dieses Artikels) dem Ruf nach Indien, um das Thema Grüne Mode in deutsch-indischer Kollaboration voranzubringen.

Den Rahmen gab das Event ‘Germany and India 2011-2012: Infinite Opportunities‘ (60 Jahre deutsch-indische diplomatische Beziehungen vor). In Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut und der School of Fashion Technology (SOFT)/Pune drehte sich während des zweitägigen Events alles ums Thema Grüne Mode.

Weiter lesen »

     
 lebenskleidung   Benjamin Itter und Enrico Rima sind Mitgründer von Lebenskleidung aus Berlin. Nach Studien und Arbeitsaufenthalten liegt beiden vor allem das Textilland Indien sehr am Herzen. Lebenskleidung vertreibt seit 2009 ökologische und fair hergestellte Stoffe und Heimtextilien und agiert als Textilagentur und Mittler zwischen Designern und Produktionsstätten in Europa und Asien.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: News   |   2 Kommentare

14 Mrz, 2012

Triple R Denim

KOI Triple R

Spätestens seit dem in Teilen sehr umstrittenen Jeans-Test der Stiftung Warentest und diversen Zeitungs- und TV-Berichten (sehr gute NDR-Doku hier) über die schweren gesundheitlichen Belastungen beim Färben, Waschen und Sandstrahlen ist bekannt, dass die korrekte Denim-Produktion zu den größten Herausforderungen der grünen Mode gehört. Mit K.O.I beschreitet Tony Tonnaer hier nun neue Wege und greift dabei in Sachen Design auf zwei große Traditionen zurück. K.O.I steht für Kings of Indigo und verbindet den klassischen Jeans-Look amerikanischen Ursprungs mit der japanischen Perfektion und der Liebe zum Detail.

Als Brand-Manager verhalf Tony Tonnaer bereits kuyichi zum Durchbruch, die als erste moderne Jeans aus Bio-Baumwolle fertigten. Mit K.O.I geht er nun noch einen Schritt weiter und nennt dies die “Triple R” Strategie. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: Label|News   |   3 Kommentare

“Sie riss die beiden Kärtchen ab und öffnete die Tüte, wobei die Heftklammern das Papier zerfetzten. Ein äußerst schweres Denimhemd. (…) Nein, eine Jacke. Der Denim dunkler als ihre Jeans, fast schon schwarz. Und er roch stark nach jenem Indigo, dem erdigen Duft des Ladens, wo sie die Jeans entdeckt hatte. Die Metallknöpfe – vernietet – waren nachtschwarz und wirkten wie gepudert. Außen war nirgendwo ein Markenzeichen zu sehen. Das Etikett befand sich innen, direkt unterhalb des Kragens, und bestand aus ungefärbtem Leder, so dick wie ein Gürtel. Weiter lesen »

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die "gruene wiese" in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

Hier finden Sie alle Artikel von .

Veröffentlicht in: Gelesen   |   3 Kommentare

gruenelistenbutton