Immer häufiger sind grüne Modemarken auch in konventionellen Modehäusern und -boutiquen zu finden. Das ist schön, denn so erreicht die grüne Mode auch solche Kund_innen, die nicht gezielt danach suchen. Mit einer ernsthaften Umorientierung zu ethischerem Unternehmertum hat dieses Angebot allerdings oft genauso wenig zu tun, wie bei den Bio-Produkten im Discounter oder Markensupermarkt. Es geht vor allem darum, einfach allen relevanten Konsument_innentypen etwas zu bieten und ein bisschen vom postiven Image grüner Produkte zu profitieren.

Und so erzeugen die grünen Modelabels in nicht wenigen konventionellen Läden und Onlineshops ähnliche Widersprüche wie die, die wir bei Bio- und Fairtrade-Lebensmitteln auch schon in Bezug auf Discounter und Supermärkte diskutiert haben. Ist es sinnvoll ein fair hergestelltes Hemd bei einem Händler zu kaufen, der den Hauptumsatz weiterhin mit Kleidung macht, bei deren Herstellung Menschen und Umwelt ausgebeutet und vergiftet wurden? Ist es überhaupt noch ein fairer Einkauf, wenn das Einzelhandelsunternehmen sein eigenes Personal alles andere als fair behandelt?

Immer wenn ich in den letzten Jahren Verkäufer_innen aus konventionellen Textilläden kennen gelernt habe, habe ich versucht etwas über ihre Arbeitsbedingungen zu erfahren. Die Ergebnisse dieser Recherche bestätigen, was auch in Foren, aber bisher selten auf Mode-Blogs oder in Mode-Printmedien diskutiert wird. Tariflohn wird nur äußerst selten gezahlt. Meist wird auch der anvisierte Mindestlohn von 8,50 deutlich unterschritten. Löhne um die 7 euro sind selbst im finanziell nicht schlecht gestellten Münster keine Seltenheit.

Insbesondere in großen Modehäusern kommt dazu noch ein permanenter Druck möglichst viel zu verkaufen, egal ob Kund_innen einen Bedarf äussern oder nicht. Die Umsätze der Mitarbeiter_innen werden in Zeiten digitaler Kassen in der Regel seperat erfasst. Hohe Umsätze werden teils mit Provisionen belohnt. Es werden Rankings der Mitarbeiter_innen geführt. Den letztplatzierten blühen oft unangenehme Gespräche.
Für das Arbeitsklima ist diese Konstellation natürlich Gift. Es entsteht eine Konkurrenzsituation in der Verkäufer_innen nicht selten versuchen sich untereinander Kund_innen und Umsätze wegzuschnappen. Teils um das magere Einkommen aufzustocken, teils auch aus Sorge um den Arbeitsplatz. Verkäufer_innen sind oft nicht unbefristet angestellt.

Auch ökologisch ist die umsatzmaximierende Verkaufspolitik mehr als bedenklich. In Schulungen wird gelehrt, dass Kund_innen möglichst nie mit einem einzelnen Produkt, sondern immer mit einem ganzen neuen Outfit den Laden verlassen sollten. Übervolle Kleiderschränke und ungeplante Käufe nicht benötigter Kleidungsstücke werden auch durch diese verbreitete Praxis befördert.

Dass es auch anders geht und auch auf der Ebene des Einzelhandels nachhaltiges Unternehmertum einen Unterschied macht, beweisen grüne Conceptstores mit oft großem Engagement. Schon früh haben sich z.b. die Händler aus dem Korrekte Klamotten Netzwerk über Mitarbeitermindestlöhne, ökologische Energievorsorgung, ethisches Banking und nachhaltiger Ladeneinrichtung verständigt. Für grüne Ladenbetreiber_innen sind diese Themen meist selbstverständlich. Es ist am Ende eben auch eine Frage der Prioritäten, ob zu Gunsten ethischer Ziele höhere Kosten in Kauf genommen werden oder alles dem Maximalgewinn untergeordnet wird.

Wie gesagt: ich freue mich über faire und ökologische Produkte in konventionellen Läden. Egal ob Bio-Möhre, Fairtrade-Kaffee oder korrekte Jeans. Trotzdem kaufe ich alles 3 aber lieber in Läden, in denen organic und fair nicht nur das Sortiment erweitern, sondern als Werte im gesamten Unternehmen gelebt werden.

Allen, die sich fair einkleiden wollen, empfehle ich daher immer wieder einen Blick auf die Grüne Liste “Ethical Fashion Concept Stores”, die sich in den letzten Jahren stetig verlängert hat. Wer jedoch für seine Stadt noch immer nicht fündig wird, sollte ruhig mal in konventionellen Läden nach fairer und ökologischer Kleidung fragen. Zumindest einige größere Labels dringen inzwischen auch in kleinere Städte vor. Und wer sich traut kann sich ja auch mal nach Löhnen und Verkaufspolitik beim Händler erkundigen. Kritischer Konsum wird relevanter. Vielleicht ist das auch eine Chance für mehr Fairness und nachhaltigeres Unternehmensverhalten im Einzelhandel selbst.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die Gruene Wiese in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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(Direkt zur neuen grünen Ladenliste? hier lang!)

Die letzte große Listen-Aktualisierung liegt schon fast 1 Jahr zurück und es ist einiges passiert. Kiss the Inuit hat neben dem Stammladen in Köln nun einen zweiten Laden in Bonn eröffnet. Supermarché bietet in Berlin ebenfalls in einem zweiten Laden nun erheblich mehr Auswahl und das ganz in der Nähe von Bio-Fastfood-Pionier Yellow Sunshine. Also wie gemacht für eine grüne Shoppingtour.

4 (bald) 5 Läden haben leider wieder geschlossen, davon 2 (bald 3) Atelierläden von Berliner Labels sowie 2 Multibrandstores, 1 x Jena und 1 x Hamburg. Noch bis zum 20.9. macht Slowmo in Berlin an der Libauer Straße 16 einen Super-Sonder-SALE zur Räumung des Ladenlokals. Beste Gelegenheit ein Teil der Slowfashion-Pionier_innen zum Vorzugspreis zu ergattern. Also hin da, lieber Berliner_innen und Berlinbesucher_innen. (und keine Sorge: das Label Slowmo gibts auch weiterhin!).

Dass die Liste insgesamt trotzdem wieder länger geworden ist, liegt vor allem daran, dass mehrere Labels erste Flagshipstores eröffnet haben. Das vegane Avantgarde-Label Umasan (Foto oben links) ist nun neben dem Store in Berlin Mitte auch noch in der Concept-Mall Bikini in Berlin West zu finden. Dort findet ihr derzeit auch noch den Kleidungsladen in einer der Bikini Boxes. Das sind aus rohem Holz gefertigte Verkaufsboxen in die sich Läden und Labels temporär einmieten können.

Ebenfalls einen Flagship-Store in Berlin hat nun auch das Streetwear-Brand Bleed Clothing (Foto oben rechts). In Friedrichshain präsentiert Bleed seine Kollektion mit einem Shop-in-Shop beim Blackriver Fingerboardshop. Die Eröffnungsparty während der Sommer-FashionWeek hat auf jeden Fall gerockt. Unbedingt auch die abgefahrenen Fingerboardparks in den hinteren Räumen und im Keller anschauen!

In Düsseldorf ist Wunderwerk (Foto unten links) seit einigen Wochen mit einem eigenen Laden in Flingern vertreten. Direkt am Sitz des Labels wird die Kollektion nun in ihrer ganzen Breite präsentiert.

Und zum Schluss wieder zurück nach Bonn. Schon 2013 eröffnete Alma&Lovis dort einen Flagshipstore (Foto unten rechts). Der war uns wohl bei der letzten Aktualisierung entgangen, ist ab sofort auch auf der Liste und ein Besuch unbedingt empfohlen.

Bitte beachtet auch die geänderten Öffnungszeiten sowie einige durch Umzug veränderte Adressen. Viel Spaß beim grünen Kleiderkauf!

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die Gruene Wiese in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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23 Aug, 2014

Discovering Innatex 35

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Fotos: INNATEX / Peter Porst www.peterporst.com

Über 240 Aussteller aus 16 Ländern präsentierten sich auf der Innatex 35. Was Modemessen angeht, bin ich ja ein absoluter Neuling und war deswegen besonders gespannt auf Europas (wenn nicht sogar, wie teilweise vermutet, die weltweit) größte internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien. Die dem Besuch vorausgegangen Befürchtungen etwas orientierungslos durch die beiden Hallen zu laufen waren schnell verflogen, da mir der Presseausweis doch recht umfangreiche Betreuung von Organisator_innen und Aussteller_innen zugleich sicherstellte.

So war man in der Presselounge sehr offen für meine Fragen, auch wenn diese wohl recht ungewöhnlich waren: „Sind die Models bei euren Shows zertifiziert oder gewerkschaftlich organisiert?“ oder „Gibt es Labels, die sich dezidiert politisch oder aktivistisch engagieren, zum Beispiel im Gender-Bereich? – beides Fragen, die mir nicht spontan beantwortet werden konnten. Erstere führte darüber hinaus dazu, dass alle, die in die Presse-Lounge kamen gefragt wurden, ob es Bio-Models gebe und ich sofort den Ruf weg hatte komische und/oder schwere Fragen zu stellen. Aufgeworfen hat diese Fragen bei mir meine jüngste Lektüre, die ich hier bald vorstellen werde.

Nach einer kurzen Vorstellung der diesjährigen ‚Design Discoveries‘ war ich dann auch bereit mich gut informiert in die Ausstellungshallen zu begeben. Zunächst interessierte mich Halle 2 mit überwiegend neuen, jungen Labels, wie Knowledge Cotton, Armedangels, Recolution usw. Das im Voraus so angepriesene neue Ausstellungkonzept hat mich jetzt nicht umgehauen, wobei ich auch nicht wirkliche Vergleichspunkte habe, dennoch hat man einen super Eindruck von den Kollektionen bekommen und trotz anzusehender Müdigkeit nach drei Messetagen, waren alle aufgeschlossen und ebenso offen für meine Fragen. Da ich die etablierteren Labels fast alle bereits kannte, interessierten mich besonders die Design Discoveries. Drei von den sechs gekührten Labels fand ich besonders spannend: Modische ‚Politische Prints’ von Anagram, ‚High Fashion Re- und Upcycling‘ von Luxaa und die ‚Do it yourself-Schuhe’ von Comake.

 

Als neues Hamburger Label schafft Anagram es IMG_2694politische Messages modisch und einfallsreich zu verpacken. Neben Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit stehen für kommenden Sommer Aufdrucke zur Auswahl die sich zum Beispiel gegen Jagd einsetzen oder das androgyne Model Andrej Pejic zeigen. Eigentlich gar kein großer Fan von Printshirts fand ich die Motive und die dazugehörigen Sprüche sehr einfallsreich. Mal schauen was man sonst noch so hört in den nächsten Jahren. Modisch wirkt die Kollektion eher basic, macht aber einen runden Eindruck, die Prints sind, wie gesagt, top und ein Hingucker!

 

 

Sofort zur Lieblingsmarke geworden schafft es Luxaa re- und upcycling auf einem hohen Niveau zu präsentieren. Auch wenn es reine Frauenkollektionen sind, war ich sofort begeistert. Gespannt war ich auf die Haptik des wie Papier wirkenden Wundermaterials Tyvek, einem recycelbaren Polyethylen Vliesstoff, der problemlos bei 90° gewaschen und bis zu fünf mal recycled werden kann bevor es entsorgt oder für andere Produkte weiterverwertet werden kann. Das Material fühlt sich ganz glatt an und ist federleicht. Besonders die Taschen aus geschredderten Leder haben es mir angetan, (würde ich auch tragen, liegen preislich jedoch etwas über meine Studentenbudget). Luxaa ist ein wunderbares Beispiel wie sich Technik und Mode verbinden lassen, ökig ist an dieser eleganten Kollektion rein gar nichts.

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Comake laden mit ihrem Schuh zum Selberbauen dazu ein mal zu spüren, wie aufwändig es ist einen guten Schuh zu produzieren. Zunächst hatte ich ehrlich gesagt einige Befürchtungen wie das wohl aussehen würde, war dann aber positiv überrascht und sofort begeistert. Zwei bis drei Stunden dauert es wohl beide Schuhe zusammen zu nähen. Hier sind die beiden Gründer auch ganz im Geist der Zeit wo Aktivist_innen und Autor_innen wie Tansy Hoskins aus Großbritannien in ihrem kürzlich erschiennen Buch ‚Stiched Up, the Anticapitalist Book of Fashion‘, genau diese Einbindung und Überschneidung von Produzent_innen und Konsument_innen fordern. Toll sind auch liebevolle Details, wie die auf die Sohle prägnierte Stadtkarte von Weimar wo die Idee für die Schuhe herkommen.

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Abschließend ziehe ich ein positives Fazit von meinem ersten Messebesuch. Leider konnte ich nicht bei den Catwalks, Fachforen und der Party dabei sein, die laut mehreren Austeller_innen wirklich toll und kommunikativ gewesen sein müssen. Da ich ja generell gar keine Ahnung hatte, was mich auf einer solchen Messe hätte erwarten können, schien mir der Aufbau und die Art der Präsentation in beiden Halle sinnvoll und einleuchtend. Die Design Discoveries waren darüber hinaus eine tolle Möglichkeit auch neue Labels kennen zu lernen, die einem vielleicht nicht direkt aufgefallen wären, neben den vielen etablierteren Labels – hier war es super zu sehen, dass es in einer noch immer recht kleinen Branche bereits so viele starke Marken gibt, die tolle Mode produzieren.

     
 Michael Pollok   Michael Pollok ist seit Januar 2012 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung am Institut für Politikwissenschaft Münster und interessiert sich für Perspektiven einer nachhaltigen Politischen Ökonomie von Mode. Er macht derzeit ein Praktikum bei gruene wiese in Münster.

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Zum ersten Mal landete ich während der diesjährigen Fashion Week Berlin im Magazin der Heeresbäckerei. Grund hierfür waren meine Lieblinge P|AGE sowie Benu Berlin, die beide am späten Nachmittag ihre Schauen auf dem Showfloor Berlin hatten. 

P|AGE | Showfloor Berlin 2014 | Foto: Marko BerholzP|AGE | Showfloor Berlin 2014 | Foto: Marko Berholz

Obwohl noch ein junges Label, hat P|AGE eine eigene Handschrift und einen Wiedererkennungswert. Die beiden Schwestern Ania und Iwona Pilch zeigten in ihrer Schau eine wunderbare Bandbreite an Farben und Formen. Haarbänder wurden zu hochgeschlossenen Blusen und Shirts kombiniert. Sommerliches in drei verschiedenen Erdtönen wurden präsentiert, kontrastiert von sattem Orange und Pink. Mein persönlicher Favorit allerdings, fernab der sonstigen weiblichen Linie der Schwestern, war allerdings die College Jacke mit – so sah es zumindest von meinem Tribünenplatz aus – Meteoriten-Allover-Print in schwarz-weiß. Alltagstauglicher Fashion-Knaller.

Benu Berlin | Showfloor Berlin 2014 | Foto: Marko BerholzBenu Berlin | Showfloor Berlin 2014 | Foto: Marko Berholz

Martialisch ging es dann direkt mit Benu Berlin weiter. Karen Jessen, Anna Bach und Luis C. Zuniga zeigten ihre Frühjahr/Sommer 2015 Upcycling-Kollektion, die auf Leder und Armeemode setzt. Auf Tops und Kleider, die aus einem Netz aus vernieteten Lederriemen bestehen. Von der Musik untermalt dominierte Camouflage sowie der klassische Armeeprint. Abgerundet wurden die aufwendigen Kollektionsstücke mit Gürteln und Ketten. Statement-Mode, nicht für jede Frau und schon gar nicht für jeden Anlass. Gewöhnlich ist anders. Das Publikum gutierte diesen Mut mit lautem Applaus. Chapeau.

Fotos: Marko Berkholz für Showfloor Berlin

     
 Alf-Tobias Zahn   Alf-Tobias Zahn führt mit seiner Initiative Designmob Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema "öko-faire Mode" heran und schreibt als freier Modejournalist über "Grüne Mode" für Groß und Klein, unter anderem für das Berliner Blogazine Kalinka.Kalinka und seinen eigenen Blog www.grossvrtig.de.

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01 Aug, 2014

Berlin geht steil

In den wenigen Monaten seit meinem Artikel über Neueröffnungen von Eco-Stores in Berlin hat sich in der Hauptstadt schon wieder so einiges getan. Zeit für ein Update. Daher habe ich nach der Fashion Week noch zwei Tage in Berlin dran gehängt um das neue Laden-Angebot mal genauer zu begutachten.

Gestartet habe ich meine Tour bei Miwai, dem Laden der Schauspielerin Inez Bjørg David, die auch die diesmalige Eröffnungsrede der Ethical Fashion Show gehalten hat. Der vor gut zwei Monaten eröffnete Store in der Sredzkistr. 6 direkt gegenüber der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg liegt im Souterrain eines Wohnhauses. Mehrere Stufen führen hinunter in den kleinen Laden (geschätzte 40 m²), der trotz des wenigen Platzes eine Sortimentsvielfalt von menswear, womenswear, Baby bis Kleinkind führt. Die Auswahl-Vielfalt deckt mit Brands wie Leibschneider, Kami, Luxaa, Monkee Genes, Keregan, Alma & Lovis, Komodo und Les racines du ciel ganz unterschiedliche Stilrichtungen ab. In der „Pop-Up“-Ecke werden im monatlichen Wechsel Labels präsentiert. In Zukunft sollen auch regelmäßig am Wochenende Flohmärkte mit Sales-Produkten stattfinden. Der Großteil des Sortiments ist auch online erhältlich.

Eco Store Miwai in Berlin

Weiter gehts in die seit April eröffnete Concept-Mall Bikini Berlin direkt am Zoologischen Garten. Das Konzept definiert den Begriff Shopping-Mall ganz neu: Große Modeketten wie H&M findet man hier nicht, dafür innovative Labels, Jungdesigner, Kunst und Interieur. Im Untergeschoß befinden sich die sogenannten Bikini Berlin Boxes – das sind 19-39 m² große Modulsysteme aus Holz in sehr minimalistischem Design, die für drei bis maximal zwölf Monate gemietet werden können. Gleich in zwei der neunzehn Boxen wird grüne Mode verkauft: Bei Kleidungsladen.de und Glamory Pharmacy. Kleidungsladen.de ist eventuell dem ein oder anderen schon durch den seit 2011 bestehenden Online-Shop oder den Läden in Siegsdorf am Chiemsee und Passau (der leider im letzten Jahr dem Hochwasser zum Opfer gefallen ist) bekannt. Das Sortiment ist mit Labels wie Treches, ekn footwear, Misericordia, Knowledge Cotton Apparel und Lalesso eher streetwear-lastig. Glamoury Pharmacy ist ein Pop-Up Shop der gleichnamigen Berliner Lifestyle-Beratung. Ein Großteil des Sortiments stellen grüne Premium Fashion Labels wie Anne Gorke, Kami und Langer Chen.

Kleidungsladen.de im Bikini Berlin Pop-Up Ecke im Miwai in Berlin

Der Concept-Store für Mode, Interieur und Kunst LNFA (Live Networking for Fashion & Art) im ersten Obergeschoss präsentiert Berliner Jungdesigner, darunter auch Alex Kurkowski, Ewa Herzog, Format und Tatjana Prijmak. In der Ladenzeile auf der begrünten Dachterasse hat sich das erfolgreiche, vegane High Fashion Label Umasan eingemietet. Ziemlich viele Gründe also das Bikini Berlin mal zu Besuchen.

Glamoury Pharmacy im Bikini Berlin

Auch aus dem Kreuzberger Kiez gibt’s Neues zu berichten: Supermarché hat Ende Juni ganz in der Nähe des bisherigen Standorts eine zweite Filiale eröffnet (Wienerstr. 16). Auf über 100 m² gibt es nun zusätzlich fair produzierte Mode und andere Produkte. Direkt daneben hat das Atelier Akeef – Berlins erster „Ecological & Sustainable Lifestyle Store For Men’s Fashion“ (mein Bericht zur Eröffnung des Stores) – einen temporären Showroom.

Leider nicht mehr geschafft habe ich es zu dem gemeinsamen Shop von Bleed organic clothing und dem Fingerboard-Hersteller Blackriver in der Boxhagener Str. 14. Aber wie mir berichtet wurde hat die Eröffnungsfeier zur Berliner Fashion Week ordentlich gerockt.
Das Upcycling Label für Second-Hand-Sportswear Wilfried Pletzinger hat in der Reinhardtstraße 6 ein neues Zuhause gefunden und auch für Vintage-Liebhaber gibt es zwei tolle neue Adressen: The Good Store (Pannierstr. 31) und ReFAsh (Lichtenraderstr. 49). Letztere bieten nicht nur einiges an Rahmenprogramm wie Upcycling-Workshops und Kleidertausch-Partys, sondern haben auch einen echt stylischen Online-Shop!

Weiter so Berlin, mal sehen was bis zum nächsten Besuch alles dazu kommt.

Dieser Artikel erscheint zeitgleich als Cross-Post auf Marinas Blog Beyond Fashion.

LNFA im Bikini Berlin

     
 Chahboune   Marina Chahboune ist Modedesignerin und Blog-Gründerin von Beyond Fashion. Sie arbeitet als Projekt Managerin Corporate Responsibility bei Hessnatur. Ihre Masterarbeit schrieb sie im Rahmen des Studienganges „Sustainability in Fashion" über Optimierungsmöglichkeiten in der Jeansproduktion.

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Foto: Premium Exhibition (Dorothea Tuch)

 

Auf der Premium hatte ich viel zu wenig Zeit und habe daher nur drei Labels anschauen können. Armedangels setzt die Entwicklung der beiden letzten Saisons fort. Die Damenkollektion wird deutlich modischer und weniger sportlich. Raffinierte Schnittführungen plus feine Tencel- sowie Modal-Edelweiß-Stoffe ergeben schöne sommerliche Kleider, Blusen und Tops von bürotauglich bis cluborientiert. Die luftigleichten, teiweilse transparenten Stoffe füllen eine Lücke in der grünen Damenmode, in der solche Teile bisher nur aus Seide und damit sowohl hochpreisiger als auch nicht vegan möglich waren. Neben feinen floralen Mustern (siehe Foto rechts) sind auch viele einfarbige Varianten dabei. Bedruckte Leinen-Baumwolljerseys sind eine weitere tolle Sommerqualität. Bei den Jungs bleibt es etwas sportlicher, aber auch hier mit fashionorientierten Mustern und schönem neuen Feinstrick.

Weiter zu Wunderwerk. Die Düsseldorfer eröffnen am Wochenende ihren ersten eigenen Laden. Natürlich in Düsseldorf und zwar in Flingern in der Ackerstraße 133. Auf der Premiumwunderwerk_sweater-mit-spitze präsentierten sie sich direkt am Hauptgang (im Foto oben vorne rechts). Sehr gefreut habe ich mich, dass es Heiko Wunder gelungen ist, nun auch die Spitze, die sie schon in diesem Sommer bei einigen Sweatern als Besatz eingesetzt haben, in Organic zu bekommen. Bei Kleidern und Blusentops setzt auch Wunderwerk stark auf Tencel- und Modal-Edelweißqualitäten. Sehr gut gefallen haben mir auch verschiedene Fein- und Grobstrickpullover sowie die cleanen Blusen und Hemden mit modernem und bürotauglichem Schnitt.

Kurz vor Tagesschluss habe ich dann auch noch einen Blick auf Les Racines du Ciel erhaschen lesracines_leinenstrickkönnen. Auch deren Kollektion ist deutlich größer und Variantenreicher geworden. Wie gehabt gibt es sehr edle Jerseykleider und Tops, darunter eines mit Wasserfallausschnitt, das sich schon seit mehreren Saisons sehr großer Beliebtheit bei vielen Kundinnen erfreut. Neu sind mehrere Leinenkleider mit gewohnt klarer, femininer Schnittführung. Wunderbar für heiße Sommer wie diesen ist der luftige Leinenstrick, den es als Top, Kleid, Pullover und Cardigan gibt.

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Bereits zum 10. Mal luden Innatex, Ethical Fashion Show und Green Showroom gemeinsam zum großen Branchen-Networking ins Umspannwerk Kreuzberg. Trotz Fußball war die GreenLounge wieder sehr gut Besucht. Über 500 Gäste – darunter Designer, Textilproduzenten, Label- und Shop-Inhaber, Vertreter von NGOs und Politik – feierten bei öko-fairen Drinks und italienischen Bio-Spezialitäten bis weit in die Nacht. Jede Menge Fotos zum Event findet ihr hier.

Obwohl ich volle 3 Tage in Berlin war, habe ich sehr viele grüne Labels nicht besuchen können. Ich war nicht im Green Showroom und auch weder auf der Panorama noch auf der Show&Order, wo ebenfalls einige grüne Labels ausgestellt haben (siehe auch unser FashionWeek Green Guide). Ein ganz besonders spannendes Projekt aus dem Green Showroom stellt Marina Chaboune euch auf ihrem eigenen Blog “Beyond Fashion” vor.

Es gibt einfach zu viele Messen und sie sind zu weit verstreut. Aber die Berliner Messelandschaft ist im Wandel. Das hat sicher auch etwas mit dem Wandel der Textilwirtschaft zu tun. Viele Big Brands von der Bread&Butter setzen inzwischen stark auf eigene Stores sowie eigenen Onlinevertrieb. Das macht sie für Einzelhändler weniger attraktiv und ist vielleicht ein Grund, warum diese nicht mehr in Massen in den Tempelhof strömten. Schön zu sehen, dass die grünen Messen dagegen an Anziehungskraft gewinnen. Für die nächste FashionWeek wünsche ich mir noch mehr grüne Labels an einem Ort. Da soll ja im Januar 2015 so ein ehemaliger Flughafen frei sein…

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die Gruene Wiese in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Die progressivere, jüngere Schwester der Premium – die SEEK – war sehr gut besucht. In unserem Green Guide hatten wir nur Veja aus Frankreich gelistet, doch es gab noch einiges mehr zu entdecken.

Das beliebte FairTrade Sneaker veja_runnerss15Brand glänzte diesmal vor allem durch neue Materialien. Recycling-Polyester-Mesh ermöglicht eine technischere Sneaker-Ästhetik (Foto rechts). Ein grober Leinen-Webstoff bildet einen interessanten Kontrast zu klaren Formen. Ein neues Runner-Modell ergänzt das Angebot im Bereich der derzeit wohl verbreitetsten Streetfashion-Schuhform und sorgt für mehr Alternativen zu Nike und New Balance, die gerade extrem erfolgreich in diesem Segment sind.

 

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Beigestert hat mich die neue, feinere Serie vom schwedischen Traditionshersteller Kavat. Sandalen, Halbschuh und Slipper mit feiner Ledersohle und absolut bürotauglich. Echtes Kontrastprogramm zu den derberen Boots der bekannten Standardkollektion und eine echte Bereicherung im immer noch sehr schmalen Angebot moderner, pflanzlich gegerbter Lederschuhe.

Selbiges gilt auch für die Sandalen von LEVIT, die ich ebenfalls auf der SEEK entdeckte. Nur 2 Modelle, beide unisex und jeweils in 3 Farbvarianten. Sehr hochwertige europäische Verarbeitung und tolle Form. Für grüne HighFashion-Stores sicher interessant.

LEVIT

Ähnliche fokussiert auf wenige Produkte ist das Angebot von Simon&Me. Es gibt ein edles Basic-Shirt mit sehr schöner Schnittführung im Rückteil in schwarz und weiß. Dazu ein Kamm, ein Armreif, Rasiercreme, ein Kompass, 2 Handtaschen. Das wars. Hier geht es nicht um Trends und Masse, sondern Fokus und Perfektion.

Schon länger auf der SEEK dabei und mit zunehmendem ökologischen Materialanteil ist der Taschenhersteller QWSTION aus der Schweiz. Bio-Baumwoll-Canvas, chromfreigegerbtes Leder und Recycling-Polyester finden Verwendung für die modern-minimalistischen und dabei hochfunktionalen Designs. Schon länger begeistert bin ich auch von den Rucksäcken von Cote&Ciel. Neben dem mit Designawards ausgezeichneten City-Rucksack “Isar” haben die Franzosen inzwischen eine ansehnliche Kollektion an Taschen und Accessoires entwickelt. Bei Cote&Ciel ist allerdings nur ein kleinerer Teil der Modelle aus Bio-Baumwolle oder Recycling-Polyester erhältlich.

Turnussmäßig habe ich auch bei Misericordia vorbeigeschaut, deren Kollektion zu den Spannendsten zählt, die ich mir während der FashionWeek angeschaut habe. Leider sind die haptisch wie optisch großartigen Stoffe und Strickqulitäten bis auf einige Jersey-T-Shirt nicht “organic”. Misericordia versucht möglichst alle Materialien direkt im Produktionsland Peru zu beziehen und hat dabei wohl Schwierigkeiten diese in Bioqualität zu bekommen. Solche Materialien, wie sie sie inzwischen verwenden, wären jedoch wohl auch global nicht leicht in “Bio” zu finden. Sozial ist Misericordia ein vorbildliches Projekt. Ich wünsche ihnen, dass sie so wachsen, dass sie ihre Materialien eines Tages selbst in ökologischen Varianten produzieren können.

Leider verpasst habe ich auf der SEEK die Podiumsdiskussion “Design 2.0.: A Discussion what modern Design is today”, unter anderem mit Friederike von Wedel-Parlow (Professor MA Sustainability in Fashion at Esmod Berlin) und Simon Freund (Simon & Me). Wie mir Friederike später erzählte, konnte sie erfolgreich Nachhaltigkeit zum Hauptthema der Veranstaltung machen. Überhaupt dreht sich auf der SEEK viel um Qualität, klassische und oft durchaus zeitlose Designs mit modernem Twist und vieles ist made in Europe oder made in USA. Grün hingegen hat bisher keinen großen Stellenwert, dabei wären Preisklasse und Zielpublikum dafür durchaus geeignet.

Das gilt auch für die andere progressive Streetfashion-Messe “Capsule”. Erstmals präsentierte sich Bleed dort zwischen jeder Menge angesagter erwachsener Streetwear und Urban Design Brands. Die Kollektion der Boardsports-verwurzelten Bayern ist cleaner und erwachsener geworden, was zur Messe passte und mir auch sehr gut gefiel. Neben lockeren Sweat- und Strickpullovern sowie schönen Shirts sind gemusterte Leinen-Hemden und vor allem auch 2 technische Jacken mit PFC-freier Membran und Imprägnierung die Highlights.

Schon länger auf der Capsule dabei ist A aquestionof_seekSS15Question of. Die Copenhagener sind sicherlich eines der progressivsten Brands mit Bekenntnis zu ökologischer und fairer Produktion. Diesmal stechen vor allem goldene Prints heraus, die mich ein bisschen an Gangster-Hip-Hop-Mode der 90er erinnert haben (Foto rechts). Stark ist A Question of immer auch in digital bedruckten Stoffen, bei denen sich ein Fotomotiv in wiederholender Anordnung zu faszinierenden Mustern zusammenfügt. Leider sind genau diese Teile und in dieser Kollektion auch noch eine Reihe Weitere aus frischem Polyester gefertigt. Die Begründung recyceltes Polyester sei nicht sauber genug und verbrauche zu viel Ressourcen kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Alle mir bekannten Lebenszyklusanalysen sagen etwas anderes.

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Auch auf der Capsule habe ich dann noch ein grünes Label entdeckt, dass ich zuvor nicht kannte. Eve&Adis fertigen Taschen und Rucksäcke aus Bio-Canvas, regionalem, pflanzlich gegerbtem Bio-Leder und Kork. Alle Modelle gibt es sowohl in veganer Bio-Canvas-Kork-Variante als auch mit Leder. Letzteres bezieht das Designerpaar direkt von einem Biohof in ihrer der Nähe und auch die pflanzliche Gerbung erfolgt lokal.  Sehr schick fand ich zudem die Armbänder und Ketten aus Messingmuttern, die mir jedoch nicht recycelt schienen.

Das war es dann auch mit Grün auf der Capsule. Im Vergleich der beiden kleineren Messen hatte die SEEK deutlich mehr zu bieten. Auf Grund der sehr ähnlichen Ausrichtung bin ich gespannt, wie lange sich beide Messen parallel halten können und wie sich das Thema grüne Mode auf ihnen entwickelt.

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die Gruene Wiese in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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Aufgehalten durch einen widerspenstigen Fahrkartenautomaten habe ich die offizielle Eröffnung der Ethical Fashion Show (EFS) verpasst. Mit dabei dieses Mal Schauspielerin Inez Bjørg David, die seit 2013 einen Green Fashion Store (miwai) in Berlin betreibt. Wer wie ich der Generation Soap angehört erinnert sich vielleicht. Von 2003 bis 2006 spielte sie in “Verbotene Liebe” mit.

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Gleich zu Beginn gab es ein Highlight im Rahmenprogramm. Safia Minney, Gründerin des FairTrade-Fashionpioniers PeopleTree hielt einen Fashion Talk zum Unterschied zwischen ethischer und Fairtrade Mode. In der vollbesetzten Warte des früheren Elektrizitätswerkes (großartiger Raum!!!) präsentierte Safia die Werte ihres Unternehmens und ihre Vorstellungen von einer fairen und nachhaltigeren Textilproduktion. Ein inspirierender und begeisternder Auftakt. Kirsten nutzte die Gelegenheit zu einem Interview im Anschluss an den Talk, das ihr hier nachlesen könnt.

Erstmals stellte PeopleTree seine Kollektion auch auf der EFS vor. Neben vielen Kleidern mit frischen Mustern, für die PeopleTree bekannt ist, finden sich diesmal auch mehr reduziertere Designs mit raffinierte Schnittführungen in der Kollektion. Besonders gefallen haben mir neue Melange-Jersey-Qualitäten sowie moderne schlichte Blusen und ein toller Sommerparka. Cardigans in unterschiedlichsten Varianten lassen sich perfekt mit dem wohl größten und vielfälltigsten Kleiderangebot der FairTrade Fashion Branche kombinieren.

Während PeopleTree sich parallel auch lherbe-rouge_tencel-transparentnoch auf der Premium präsentierte, ist L’herbe Rouge komplett zur EFS gewechselt. Designerin Arielle Levy legt viel Wert auf maximale Kombinierbarkeit und klare Designsprache. Die Oberteile und Kleider sind locker geschnitten. Zum Einsatz kommen strukturierter Tencel-Feinstrick und Tencel-Webstoffe, sodass die Formen fließen und viele Styles einen edlen leicht Glanz aufweisen. Besonders fasziniert hat mich dabei eine neue Tencel-Webqualität, leicht transparent und optisch wie habtisch sehr nah an Seide (siehe auch Foto rechts). Leichter Biobaumwoll- und Leinenstrick runden das Programm ab. Für mich die modernste Kollektion auf dieser Messe.

Mit Lanius und Goodsociety waren noch 2 weitere größere grüne Labels auf der wiederholt komplett ausgebuchten EFS vertreten. Sollte Karl-Heinz Müller mit seinen Bread&Butter-Plänen (Umzug nach Barcelona im Winter) diesmal Ernst machen, sehe ich hier Potential für weitere grüne Größen und größere Räumlichkeiten.

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Anders als die anderen Berliner Messen bieten EFS – und auch die Schwestermesse Green Showroom – auch Platz für kleine innovative Modestartups. So zum Beispiel auch Ahimsa (Foto oben) aus Brasilien. Während bei Schuhen noch allzu oft eine Abwägung zwischen vegan und ökologisch getroffen werden muss, setzt Ahimsa beides konsequent um. Die Obermaterialien bestehen vorrangig aus Bio-Baumwolle, bei einigen Modellen auch aus Recyclinkunstleder. Produziert werden die Sneaker und Casual Shoes in einer eigenen Produktionsstädte mit laut Gründer Gabriel Silva europäischen Arbeitszeiten und übertariflichen Löhnen. Bisher verkaufte Ahimsa seine Schuhe übrigens nur in Brasilien selbst und insbesondere an die auch dort wohl stark wachsende vegane Bewegung.

Nur 2 Stände weiter feierte Pure Green aus pure-green_fabricBarcelona Messepremiere. Das spanische Label hat in Zusammenarbeit mit der Universität ein besonderes Mix-Material entwickelt, das nicht nur eine schöne Struktur aufweist, sondern sich auch wunderbar leicht und seidig anfühlt. Das Material besteht aus Hanf, Seide, Bio-Baumwolle und Modal. Dabei wird versucht den Anteil an Bio-Baumwolle klein zu halten und langfristig sogar komplett durch Hanf zu ersetzen, der lokal bezogen wird.

Während es auf vielen konventionellen Messen diesmal für die jeweiligen Verhältnisse recht leer war, wurde die EFS auch bei dieser Ausgabe erneut stärker besucht als zuvor. Gut angenommen wurde auch das umfangreiche Rahmenprogramm, das verschiendenste Aspekte ethischer Mode beleuchtet hat. Leider verpasst habe ich das Create Green Frühstück zum Thema “Ein einheitliches Textilsiegel für soziale und ökologische Kriterien?”. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Heike Scheuer vom IVN, die mich im Anschluss auf den neusten Stand in Sachen Siegel-Diskussion gebracht hat.

Mit dem starken Rahmenprogramm gewinnt die EFS auch als Informations- und Networking-Plattform der grünen Modebranche immer mehr an Bedeutung. Gerade auch die staatliche Initiative um Entwicklungsminister Müller zeigt, dass die Branche sich dringend auch politisch für ihre Anliegen stark machen sollte.

     
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Wohin steuert das Messe-Schlachtschiff? Foto: @breadandbutter.com (Toni Kretschmer)

 

Die “Bread&Butter” gilt als Motor der Berliner Modewoche. Doch nun hat Karl-Heinz Müller beschlossen, zumindest für den Winter nach Barcelona zu entschwinden. Den Schauplatz zu wechseln, ist für diese Streetstyle-Messe nur konsequent, denn sie verkauft vor allem das Lebensgefühl des schnellen Wandels an ihre Kunden. Für die wenigen ökologisch orientierten Aussteller auf der B&B wie Kuyichi, Koi, Knowledge Cotton oder Nudie findet sich auch auf einer anderen der Berliner Messen ein passender Platz. Warum die Nähe zu Jeansriesen und Massendesign zwingend ist, habe ich ohnehin nie verstanden.

Allerdings habe ich mir ein kurzes Gedankenspiel gegönnt und fantasiert, wohin der grüne Teil der Berliner Modewoche wohl ziehen könnte. Osteuropa vielleicht, eine der kommenden Städte wie Sarajewo? Aber die Wahrheit ist, dass ein ökologisches Gewissen sich nicht so leicht verpflanzen lässt. Und so passt Grün nach Berlin.

Ihre beste Zeit scheint die Bread&Butter ohnehin hinter sich zu haben – es war eher leer. Dafür hatten die grünen Label sich fein gemacht.

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Richtig “Klick” gemacht hat es bei Kuyichi. Nicht nur, dass die Sommer-Kollektion 2015 vom Design überzeugt, es war deutlich zu spüren, dass Kuyichi das zwischenzeitliche Mexx-Management-Tief überwunden hat und nun zu ihrem Kernprinzipien zurück gekehrt ist (“We see it as our mission. Now and in the future”). Das darf die grüne Händler-Szene, die ordentlich violetDruck auf Kuyichi gemacht hat, getrost auch als ihren Erfolg verbuchen.  Die Teile, die wie das Shirt Violet (im Bild rechts, gibt es in drei Farben!), GOTS und Fairtrade-zertifiziert sind, gefielen mir besonders gut. Topseller ist laut Auskunft von Kuyichi aber das ärmellose Jeans-Kleid “Elvira” (Foto oben) oder die army-grüne Hemdbluse “Birdy” aus Tencel.  Anders als anderen Denim-Brands gelingen Kuyichi nicht nur die Jeans, sondern auch die Oberteile gut. Außerdem sind die Sachen erschwinglich.

KOI hat mich dagegen enttäuscht, bis auf einen Jeans-Jumpsuit, der mit einer grob gestrickten Jacke drüber auch für kältere Tage taugt und damit für das ganze Jahr, gab es keine lässigen Looks bei den Oberteilen. Dafür aber ein erneut erweitertes solides Jeansangebot.

Was Oberteile angeht, hat mich ausgerechnet eine Mainstream-Marke überzeugt, die seit Jahren eine kleine, aber erfrischende Organic-Kollektion macht: Marc 0`Polo. Deren neues Gesicht ist die schlacksige Schauspielerin Uma Thurmann, was zu Oversized-Parka und Overize-Strickmäntel im Kimono-Stil passt. Schmale, lange Oberteile gewinnen dort  an Bedeutung. Aufsteiger bei Marc 0´Polo organic bleiben weiter die Blusen, oft mit Druck, die auch in meinem Kleiderschrank hängen.

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Weiter zu Knowledge Cotton, deren Anzug und Jacket-Armada sich sehen lassen kann. War es früher schwer, ein ordentliches Jackett zu finden, hat sich das mit diesem Angebot nun gelöst. Überhaupt hat Knowledge Cotton Extra-Pieces, die nicht an jeder Ecke zu finden sind. Viele der Herren-Sachen sind übrigens auch für Frauen gut tragbar – diesmal etwa ein blauer Sweater mit einem feinen Muster, dass an ein Nicki-Tuch erinnerte. Und das Hawai-Hemd der nächsten Sommer-Kollektion ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber sicher ein Hingucker. Insgesamt eine vielschichtige Kollektion.

Meine letzte Station auf der B&B war Nudie, die im Januar ihren ersten Berlin-Store eröffnet haben und dort auch ihren berühmten Gratis-Repair-Service für Jeans anbieten. So wie Schuhe mehrfach besohlt werden, sollen auch Jeans immer wieder geflickt werden.  Das wird so gut angenommen, dass es in Berlin drei Wochen dauert, bis man seine ausgebesserte Jeans wieder bekommt.  Man braucht also kein Geld, aber Geduld.

Bitte gestattet mir ein wenig Spott an dieser Stelle. Die Reparatur ist wirklich amateurhaft gemacht. So wenig wie der Fettfleck von Joseph Beuys ein Kunstwerk ist, so wenig bietet Nudie gute Flick-Kunst. Aber die Kunden scheint es nicht zu stören. Was die Jeans angeht, ist Nudie wieder blauer und dunkler geworden. Aber die dunklen, ungewaschenen Jeans sind einfach ökologischer als die mühsam aufgehellten. So gesehen ein guter Schritt. Schöne neue Shirts und Hemden haben die Schweden auch zu bieten. Anders als die Jeans sind die Oberteile aber wohl wirklich nur was für Männer.

Dieser Blog-Eintrag ist der Auftakt unser Nachberichterstattung zur Berlin Fashion Week – stay tuned, eco warriors!

     
 Kirsten   Kirsten Brodde, Blog-Gründerin und Autorin von "Saubere Sachen", hat das Thema Ökomode quasi aus dem Nichts entwickelt. Sie arbeitet als Detox- Campaignerin bei Greenpeace Deutschland.

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Foto: reenatje Creative Commons 2.0

Foto: reenatje, Creative Commons 2.0

Berlin is calling again. Nächste Woche ist wieder FashionWeek und wir versuchen euch einen Überblick über alle grünen Brands, Events und Shows zu geben. Die Berliner Messelandschaft ist weiterhin stark in Bewegung und fast auf jeder Messe finden sich auch ein paar grüne Brands. Auch die grünen Messen Ethical Fashion Show und Green Showroom verzeichnen wieder viele neue Erstaussteller. Wichtig! Der Green Showroom feiert seine 10. Ausgabe und zieht mit einem neuen Raum-Konzept zurück ins Hotel Adlon Kempinski.

Wie immer übernehmen wir keine Gewähr, dass alle gelisteten Marken auch wirklich so grün sind, wie sie oder die Messen es versprechen. Aber wir sind sicher, dass grüne Händler_innen jede Menge tolle Neuheiten geboten bekommen und damit die Auswahl in den Läden 2015 noch größer, schöner und vielfälltiger wird.

Allen Berlinreisenden eine gute Woche. Wir sehen uns auf der GreenLounge und sicher auch auf den Messen. Bis Berlin!

 

TRADESHOWS

ETHICAL FASHION SHOW
959 | Ahimsa | Airbox | Ajoofa | Alma & Lovis | Aluc | Antonio Verde | Armony by Lasalina & Par2 | Asquith | Ben Weide | Braintree | Cado | Canvas | Control Union | CUS | Cyclus | Design by Sonia | Elementum by Daniela Pais | Ethos Paris | Fair Wear Foundation | Feine Hüte | Format | Frajorden | Freshtex | Globe Hope | Goodsociety | GOTS | Göttin des Glücks | Grand Step Shoes / Airbox | Greenbomb | Greenlife | Harold´s | Hempage | Hirsch Natur | Indricka | Inheels | Interloom | Isendra Bags and Plus | IVN | John W. Shoes | Kancha | Komodo | L´Herbe Rouge | L-L-B | Lanius | Lavgon | Lebenskleidung | Lisa D Eco| Lotta | Madness | Mes Grigiris | Minga Berlin | Miss Green | Monika Schneiter | Mud Jeans | Myomy | Natural Cotton Color | Nicoletta Fasani | Nix | Nodova | Nurmi | O My Bag | Oat | Päälä | Papp-Up | Pearls Of Laya | People Tree | Pure | Pure Green Apparel | Ramblers Way Farm | Recolution | reWrap | Room to Roam | Sag + Sal | Sainst Basics | Sancro | Sapu | Sartoria Isamara | Sey Organic Jeans | Slowers | Studio Jux | The Hemp Line | Tu & Tu | Two-o | Ultrashoes | Umiwi | Vargu


GREEN SHOWROOM

Amalena Gold Jewelry | Austriandesign.at | Ayasse | Ben Weide | Birgit Sophie Metzger Hat Couture | Blond And Bieber | Blue Valley | Deepmello | Edelziege | Envido | Esmod & Hess Natur | Farrah Floyd | Gotsutsumu | Green Genaro Rivas | Inti Ferreira | Johanna Riplinger | Katrien Van Hecke | Lifegist | Lillika Eden | Lionel Morin | Living Blue | Maria Seifert Collections | Materia Prima | Mutare Design | Royal Blush | Sabine Feuerer | Silke Handley | Skrabak | Somyso | Steps On Green | Studio Elsien Gringhuis | Upmade By Reet Aus | Xess & Baba

 

PREMIUM EXHIBITIONS
Armedangels | Esther Perbandt | Haikure | Laidbacklondon | Les Racines du Ciel | Nine to five | People Tree | Post Diem | Raffauf Urban Outdoor Apparel | Simon Ese | Umasan | Wunderwerk


BREAD AND BUTTER

K.O.I Kings of Indigo | Knowledge Cotton | Kuyichi | Noble Project | Nudie Jeans


PANORAMA BERLIN

Lanius | Natural World | OC Outfitters Of Change | Think!


SHOW&ORDER

FTC Cashmere | Luxaa


CAPSULE BERLIN

A Question Of | Bleed


SEEK

Veja

 

SHOWROOMS

Please also check out these individual showrooms:

KULTPUR-FASHIONROOM
Macaronie | Maronski | SAG+SAL

HEAD & HEART
Tom Herz

 

EVENTS

TUESDAY 08.07.2014
Ethical Fashion Show - Offizielle Eröffnung mit  Inez Bjørg David (Schauspielerin, Gründerin des Eco Fashion Stores miwai) und Olaf Schmidt, Vice President Messe Frankfurt Exhibition, 10.00, ewerk
Ethical Fashion Show – Fashion Talk: Der Unterschied zwischen ethischer und Fairtrade Mode (auf Englisch) Safia Minney, Gründerin & CEO, People Tree, 11.00, ewerk
Ethical Fashion Show – Nachhaltigkeit in der Lieferkette: Worüber sollten Modefirmen berichten? Mark Starmanns, GET CHANGED! The Fair Fashion Network, Thomas Petruschke, BSD Consulting, Consultant (Fokus GRI) (auf Englisch), 12:30, ewerk
Ethical Fashion Show – Präsentation: Ist Nachhaltigkeit zertifizierbar? Standards aus ökologischer, sozialer und ökonomischer Sicht. Hintergründe und konkrete Beispiele für Textilunternehmen. Claudia Kersten, Marketing Direktorin des GOTS und Heike Scheuer, IVN Geschäftsstelle (auf Deutsch), 14.00, ewerk
Ethical Fashion Show – Seminar WellMade: Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der textilen Lieferkette Sophie Koers, Head of Communications, Fair Wear Foundation (auf Englisch), 15.30, ewerk
Ethical Fashion Show – Nachhaltigkeit in der textilen Wertschöpfungskette, Marijke Schöttmer, Consultant bei Systain Consulting GmbH, 17.00, ewerk

Seek – Design 2.0.: A Discussion what modern Design is today (auf English) mit Jacob Brinck (Baerck), Ana Finel Honigman (Fashion Journalist New York Times, Vogue, Dazed & Confused), Simon Freund (Simon & Me), Friederike von Wedel-Parlow (Professor MA Sustainability in Fashion at Esmod Berlin)

Upcycling Fashion Store Berlin – Upcycling Fashion Roadmap Launch Party, 17.00, Anklamerstrasse 17

 


WEDNESDAY 09.07.2014
Green Showroom – Salonshow, 15.30, Hotel Adlon Kempinski (Ballsaal)
(Invitation only)

Lavera Showfloor
18.00 Uhr lavera Opening-Show: ViPs präsentieren Fashion, inspired by lavera
18.30 Uhr Newcomer Show: Danny Reinke – Hannover; Ramona Huppert – Hannover
19.30 Uhr Arrey Fashion – Berlin
21.00 Uhr Nikolay Bozhilov – Sofia

SHOWFLOORBERLIN
18.00 Uhr P.age

GreenLounge
Networking Event von Ethical Fashion Show Berlin, Green Showroom und Innatex, ab 18.00, Umspannwerk Kreuzberg (invitation only)

 

THURSDAY 10.07.2014
Ethical Fashion Show - Create Green Frühstück (Podiumsdiskussion): Ein einheitliches Textilsiegel für soziale und ökologische Kriterien? Mit Daniela Zehentner-Capell, Leiterin des Referats Globalisierung, Handel, Investition im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Claudia Kersten, Marketing Direktorin des GOTS, Marisa Przyklenk, Senior Product & Account Manager Non-Food Fairtrade, u.a. Moderation: Stefanie Hütz, freie Journalistin (auf Deutsch), 11.00, ewerk
Voranmeldung unter: fruehstueck@ethicalfashionshowberlin.com

Ethical Fashion Show – Seminar WellMade: Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der textilen Lieferkette Sophie Koers, Head of Communications, Fair Wear Foundation (auf Englisch), 13.00, ewerk
Ethical Fashion Show – Vortrag: Wie sehen nachhaltige Stoffe in Zukunft aus? Trends, Hoffnungen und Herausforderungen. Sophia Opperskalski, Gründerin und Inhaberin von interloom (auf Englisch), 14.30, ewerk
Ethical Fashion Show – Film: „The New Black“ – eine Dokumentation über die Zukunft der Mode, präsentiert von AEG. Drinks Reception im Anschluss, 16.00, ewerk

Lavera Showfloor
18.00 Uhr Aether Studios – Stockholm/London
19.30 Uhr Ivana Basilotta – London
21.00 Uhr UNEINS – Berlin/Helsinki
22.30 Uhr Hellen van Rees – Hengelo

SHOWFLOORBERLIN
18.00 Uhr NIX Berlin

 

FRIDAY 11.07.2014
Lavera Showfloor
17.00 Uhr Fabryan – London
18.30 Uhr David Andersen – Kopenhagen
20.00 Uhr Prophetik – Tennessee
21.30 Uhr lavera Trend Show Dennis Machts – Berlin

     
 Lars Wittenbrink   Lars Wittenbrink schrieb seine Masterarbeit über Nachhaltigkeitspotentiale der Outdoorbranche. Er führt mit Simone Pleus die Gruene Wiese in Münster - einen der größten Ethical Fashion Stores in Deutschland. Wandelndes Ökomode-Lexikon und Chefredakteur des Blogs.

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