Testen

09. März 2010

http://presse.oekotest.de/bild/N1003.jpg

Auf über 20 Seiten breitet der aktuelle Ökotest-Ratgeber Kosmetik&Wellness das Thema grüne Kleider aus und wie wir uns - natürlich - gut anziehen können. Nichts Spektakuläres, aber gut für Einsteiger.  Die Konkurrenz von Stiftung Warentest wird dieses Jahr noch einen T-Shirt-Test veröffentlichen, der auf den klassischen Warentest auch einen CSR-Test folgen lässt - beide Urteile wie immer getrennt. Will meinen, es geht nicht nur darum, wie viele Wäsche die T-Shirts überstehen, sondern auch wie und wo sie gefertigt werden. Getestet werden laut Aussage von test-Redakteurin Nicole Merbach auch einige Bio-Anbieter.

Ihre Erfahrung: Beim Thema Unternehmensverantwortung leisten Textilfirmen nur das, was ihnen gesetzlich abverlangt wird. Soll heißen, nur aus innerer Einsicht bewegt sich keiner. Dennoch sei die Textilbranche generell auskunftsfreudiger als die Elektronikbranche. Bin gespannt, was der Sozial-TÜV so offenlegt.

Neu in der Umlaufbahn

05. März 2010

“Einiges ist noch auf See”, sagt Insa Riske. Die Mode von Misericordia oder die Schuhe von Terraplana, aber das meiste hing schon auf den Bügeln. Seidenkleider von Mandala, Pluderhosen mit Pailetten von BllackNoir, gestreifte Piratenhosen von room to roam, Schmetterlingskleider und Trenchcoats von Jungdesignerin und Lokalmatadorin Julia Starp. Insa hat Wort gehalten: Im neuen Hamburger Conceptstore “MayGreen” sieht es nach FASHION aus. Manches mutet zunächst halbseiden an, wie die Hosenanzüge von Filippa K., aber das schwedische Label ist Mitglied der strengen “Fair Wear Foundation” und schafft deshalb die Hürde. Insa setzt deutlich auf ein Publikum, was auf der Suche nach Organic Couture ein bisschen mehr Geld hinlegt. Hoffen wir also auf einen Sack voll Taler für Frau Riske und dass sie auf den grünen Zweig kommt.

Julia Starp dreht übrigens einen Clip für den GermanFashionFilmAward, den ich hier zeigen werde. Ende April soll es soweit sein.

Weekend-Blogwatch: Shopfair hat ein interessantes Interview mit Cathy Horyn, Modekritikerin der New York Times, gefunden. Offenbar kennt sie die Kehrseite von Fast Fashion ganz genau - in ihren Kritiken lese ich das sonst nie.

Die Tencel-Jägerin

02. März 2010

Hat jemand mal ein Kleidungsstück aus Tencel in der Hand gehabt? Ein eigenartiges Gefühl. Es fühlt sich seidig weich an, fast ein wenig labberig, knistert und knittert aber nicht, wie ich es von Viskose (Kunstfaser) gewohnt bin.

Tencel, eine ökologisch optimierte Viskose, der eine große Zukunft vorhergesagt wird, wird gerade von H&M neu interpretiert und ist optisch eine lässige Alternative zu Jeans oder Jeanshemd aus konventioneller Baumwolle. Die Puffärmel an der Jeansbluse oben lassen mich zwar so aussehen, als würde ich gleich abheben, aber geschenkt. Den Praxis-Test besteht das Leibchen ohne böse Moleküle seit zwei Tagen.

Tencel ist wie Modal ein Produkt des österreichischen Herstellers Lenzing, der sich gerne als grüner Guru feiern lässt und Kongresse in Botanischen Gärten abhält. Tatsächlich kann sich die Bilanz des Viskose-Spezialisten sehen lassen. Weiter lesen…

Lesefrüchte

28. Februar 2010

Nachdem ich in der Süddeutschen Zeitung schon wieder lesen musste, es gebe zu wenig Biobaumwolle auf dem Markt und das kurbele den Betrug an, bin ich froh über Kollegen, bei denen die Fakten stimmen. Weiter lesen…

Superheldinnen

24. Februar 2010

“Frische Ideen bringen Frauen” klingt zwar ein bisschen wie “Fischers Fritz fischt frische Fische” - stimmt aber trotzdem gerade für Hamburg. Wiebke Hövelmeyer und Christina Schelhorn eröffnen nächste Woche einen Pop-up-Store im angesagten Schanzenviertel und verkaufen neben “Redesign” (Recyclingsachen) auch “New Design” von toodot und fairliebt - also ausschließlich ihre persönlichen Top-Drei-Labels.  So ein temporärer Laden ist schon vergangenes Jahr in Berlin gut gelaufen. Erinnert mich so ein bisschen an Camping - kurz Zelte aufschlagen, sich aber nicht ewig an einen Ort binden. Weiter lesen…

Wie geht es der Biofach?

22. Februar 2010

Die Biofach in Nürnberg räumte der grünen Mode dieses Jahr zum zweiten Mal einen eigenen Platz ein - vertreten waren die klassischen Naturtextilfirmen wie Living Crafts, Lana und Engel. Attraktion war die Modenschau, die drei mal täglich zu sehen war und viele Besucher anlockte - selbst Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Nüchtern betrachtet war auf dem Laufsteg die burschikose Produktpalette zu sehen, für die die Szene bekannt ist: Socken, Unterwäsche, weiche Kinderschuhe und Strickstrumpfhosen. Die Besucher feierten die Schau dennoch - offenbar kämpft die Branche immer noch mit dem Image des kratzigen Jutesacks, so dass die flotte Präsentation als riesiger Fortschritt wahrgenommen wurde. Das Publikum applaudierte lautstark. Soll heißen: es hat prima funktioniert. Weiter lesen…

Rock n´Roll

13. Februar 2010

http://www.howies.co.uk/shopimages/products/normal/W-apronskirt-wellygreen-10L.jpg

Nach einer langen Nacht auf einer mau besuchten Tauschparty in Hamburg - mein Rat: die Yeti-Nummer läuft nicht, Tauschen geht besser im Sommer - läute ich jetzt einfach den Frühling ein. Um die Ernsthaftigkeit dieses Plans zu betonen, habe ich mir einen Rock beim britischen Label howies bestellt. Clare und David Hieatt - das Paar hinter Howies - setzten sich schon für Ökomode ein, als die konventionelle Textilproduktion noch kaum jemand aufregte. David ähnelt ein bisschen meinem Held Calimero, der immer vergaß, dass er noch Eierschale auf dem Kopf hat und ihre Mode ist ähnlich lässig, nie geschniegelt. Weiter lesen…

Jagen und Sammeln

10. Februar 2010

..ist ja eigentlich eine ganz frühe Evolutionsstufe, aber ich bin wohl dabei stehengeblieben. Also bunkere ich weiter alles, was über Biobaumwolle und den vermeintlichen Skandal geschrieben und gesendet wird. Das Funkhaus Europa vom WDR mag ich besonders, weil sie multikulti sind und in vielen Sprachen senden. Hier der Link zur Süper-Sendung…..

Jagen und Sammeln-Update: Patrick Hohmann, Chef der Schweizer Remei AG, in einem lesenswerten taz-Interview unter dem Titel: “Alle erwischt man nie”.

Und hier ganz aktuell vom 5. März 2010 aus Ökotest - man merkt, die Wogen glätten sich.

Mao-Kragen

09. Februar 2010

http://www.brainshirt.eu/sites/default/files/berlin1995/brainshirt-berlin1995-01thumb.jpg

Viele große Revolutionäre trugen Hemden mit Stehkragen. Mao Zedong war darin zu sehen und auch Nehru, der neben Gandhi Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung war. Im Englischen heißen diese Kragen “Stand up collar” und für eine kleine Rebellion ist eigentlich immer Zeit, finde ich. Wer also noch ein passendes Outfit für eine Besetzung oder - wie ich - eine Kampfansage an Bankenchef Nonnenmacher sucht, sollte den Stand-up-Kragen erwägen. Brainshirt liefert das Ganze in 100 Prozent Öko-Qualität. Was meint ihr zum Comeback des Stehkragens in 2010?

Grüner Teppich

04. Februar 2010

http://cdni.condenast.co.uk/426x639/k_n/lfirth_cfirth_v_2feb10_rex_b_426x639.jpg

Das kommt davon, wenn man wie Livia Firth mit einem Schauspieler verheiratet ist, der jüngst für den Oscar nominiert wurde. Und obendrein mit ihm in London Eco-Age führt, einen Öko-Concept-Store. Dann weiß man jetzt nicht, was man anziehen soll auf dem roten - äh - grünen Teppich. Livia Firth bloggt aber für die Vogue und lässt jetzt einfach die Leserinnen diese modische Herausforderung lösen. Colin sieht so aus, als sei ihm egal, was lovely Livia anhat….