Bis August…..
11. Juli 2010

Was für ein Aufstieg! Vom kleinen Sternchen in Milchstraße zum Zentralgestirn - so lässt sich der Aufstieg der grünen Mode in Berlin beschreiben. Natürlich thront immer noch die konventionelle Mode etwas gottväterlich über allem, aber die ehrfürchtige Scheu der grünen Modemacher ist gewichen. Weiter lesen…
Aus über 50 Bewerbungen wurden von Online-Marktplatz DaWanda und der Messe TheKey.to vier junge Nachwuchsmodelabels ausgesucht, die die innovativsten Newcomer-Outfits im Bereich der grünen Mode zeigten. Sie sehen aus wie ein Team, nicht wie Einzelkämpfer - das macht sie extra-symphatisch. Den ersten Platz machten Tina Luther und Rosa Gröszer vom Berliner Label Mikenke, für deren Kollektion geometrische Grundformen Pate stehen - im prämierten Kleid und im Schal sind es Sechsecke (oben). Die beiden Frauen (ganz rechts) lernten sich während des Studiums an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee kennen. Weiter lesen…
Gesehen: Das weiße Iglo-Zelt der Academy von TheKey.to. Familiär. Sieht aus wie ein fliegendes Klassenzimmer. Gehört: Das Modelabel SoPure hat aufgegeben. Weiter am Markt ist SoPetit, das Kinderlabel. Gekauft: eine sommerlich-leichte schwarze Jeans im Grüne-Erde-Shop an der Oranienburger Straße. Bio und fair. Ich glaube, deren Kleider-Kollektion hat Potential. Gelesen: Das Zitty-Special Mode. Ein Haufen Werbung für 12,50 Euro. Auslassen! Geschaut: Flashmob am Bebelplatz zur Eröffnung der Modewoche. Ziel eins erreicht: Viel journalistische Aufmerksamkeit dank Verbreitung über Nachrichtenticker. Ziel zwei verfehlt: Modepublikum blieb unbeeindruckt. Nächstes Mal Eröffnungsparty oder besser eine der Schauen entern! Bilanz: Guter Aufschlag. Meine Tagesbilanz: eine Blase am Zeh.
In einer Zeit, wo ja oft gejammert wird, die Öko-Anbieter in der Mode ließen in Sweatshops produzieren und hinkten in Sachen Ethik überhaupt ganz weit hinterher, amüsiert mich diese brandaktuelle Meldung. Der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin ist zum 1. Juli 2010 der FairWearFoundation beigetreten, klettert in puncto Ethik nun tatsächlich an die Spitze. Leider hinken sie in Sachen Ökologie ganz weit hinterher - die Webseite vermeldet tapfer Energieeinsparungen im Firmensitz und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Bestimmt hängt auch noch irgendwo ein Bienenkorb und die Firmen-Kantine hat 60 Prozent Essen aus der Region.
Ironie beiseite. Das ist endlich mal ein großer Fisch für die FairWearFoundation, mit dessen Bekanntheit man jetzt hausieren gehen kann und die anderen Outdoor-Anbieter vorantreiben.

Mit arroganter Pose wird am Dienstagabend die Berliner Modewoche eröffnet. Ab Mittwoch wird im Zelt am Bebelplatz die Mode für Sommer 2011 gezeigt. Ich wette, es wird angesichts der Hitze sehr viel Nacktes zu sehen sein. Für nackte Tatsachen der etwas anderen Art sorgt die Kampagne für Saubere Kleidung. Weiter lesen…
Während gestern der Bundespräsident gewählt wurde und über 1000 Menschen zehn Stunden im Bundestag verharrten, um drei einfache Kreuze zu machen, traf sich die Ökomode-Szene auf Einladung des Internationalen Verbandes der Naturtextilhersteller zum Gedankenaustausch in der Berliner Kalkscheune. Weiter lesen…

Julia Starp hat es unter die letzten 15 Designer geschafft. Nächste Woche ist Preisverleihung.
In meinem Stundenplan drängeln sich die Termine wie auf meiner Terrasse die Blumenkübel. Nächste Woche werde ich die Tagung des IVN (”Far beyond organic” - die Zukunft der Naturtextilien) in der Berliner Kalkscheune in Augenschein nehmen. Im Vorgespräch mit Reinhard Griebner vom RBB Fernsehen fiel mir auf, wie tollkühn es ist, über eine Branche reden, wo harte Daten Mangelware sind.
Wir wissen bis dato nicht, wie groß der Marktanteil der ethischen Mode am Gesamttextilmarkt ist, wir wissen nicht, wie viele Firmen sich in diesem Feld tatsächlich tummeln und wie viel sie verdienen. Und wir wissen auch erschreckend wenig über die Verbraucher, die diese Mode kaufen.
Achtung aktuell: Alle Schautermine der Green Avantgarde Modenschauen im Umspannwerk.….

Das ist ja mal ein Scoop für ein kleines, grünes Modelabel. Thomas D., Frontmann der Fantastischen Vier und seit langem aktiver Umweltschützer, hat für die Eco-Sportswear-Marke Pyua seine erste eigene Kollektion entworfen. Zwar trug er zu seinen Nike-Turnschuhen schon gelegentlich grüne Mode, etwa von den Armedangels, aber jetzt ist er selber kreativ geworden.
Das Ergebnis dieser Partnerschaft kommt im Herbst in die Läden. Für Thomas D. ist entscheidend, dass “Umweltschutz im täglichen Leben Normalität werden muss”. Und Mode gehört zum Alltag dazu. Die Entwicklung von Textilien ist für den kreativen Musiker Neuland, aber er macht das sicher mit so traumwandlerischem Gespür, wie er auch textet. Weiter lesen…